Nasa hat stärkstes Raketentriebwerk der Welt getestet
Die Nasa hat das stärkste Raketentriebwerk der Welt in der Wüste von Utah getestet. Es soll einmal Astronauten zum Mars befördern. Nach erstem Anschein war der Versuch erfolgreich. Schon in zwei Jahren könnte die erste Rakete mit dem neuen Triebwerk abheben.
In etwa 20 Jahren soll es so weit sein. Der erste Mensch auf dem Mars. Oder jedenfalls ganz in seiner Nähe. Mindestens 55 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, je nach aktueller Position der beiden Planeten auf ihrer Umlaufbahn auch 100 Millionen Kilometer weit weg. Wenn die Nasa jetzt einen „Meilenstein“ auf dem Weg zu dieser Mission feiert, dann dürfte das was heißen.
Tut es auch. Zum allerletzten Mal wurde jetzt der Booster, also die Startrakete für die Reise zum Mars, am Erdboden getestet, in einem sonst menschenleeren Gebiet in der Wüste des US-Bundesstaates Utah. Die Ergebnisse werden noch ausgewertet, aber nach erstem Anschein hat alles gut funktioniert.
Die Nasa wollte vor allem eines wissen: Funktioniert der Booster auch bei Umgebungstemperaturen von nur 4° C? Mithilfe mehrerer Klimaanlagen wurde das Space Launch System (SLS) wochenlang bis zur gewünschten Temperatur runtergekühlt.
Triebwerk mit rund 1.600 Tonnen Schubkraft
Vor gut einem Jahr hat die US-Raumfahrtbehörde das andere Extrem ausprobiert und bei 32° C getestet, ohne Probleme. Genau das ist das Spektrum, in dem das Treibmittel in der Rakete einwandfrei arbeiten muss – und das bei mehr als 3.000 ° C, die die Zündung explosionsartig erzeugt. Jetzt scheinen die Ingenieure bereit, die erste unbemannte Testmission loszuschicken.
„Dieser finale Test des Boosters zeigt echten Fortschritt in der Entwicklung des Space Launch Systems“, sagte Nasa-Cheforganisator William Gerstenmaier. Von der gewaltigen Kraft des bislang stärksten je gebauten Raketenantriebs sind selbst Experten wie er beeindruckt: „Wenn man den Klang und das Gefühl von etwa 1.600 Tonnen Schubkraft erlebt, dann spürt man den Fortschritt, den wir machen. Wir überwinden Grenzen für Wissenschaft und Technologie im tiefen Weltraum.“
Nasa tastet sich an den Mars heran
Ende 2018 soll der nächste große Schritt getan werden: Dann will die Nasa erstmals mit dem neuen Startsystem die Raumkapsel Orion ins All schicken, die später auch Astronauten transportieren soll – um das Jahr 2025 bis zu einem Asteroiden, in den 2030er Jahren dann bis zum Mars. Die Raumfahrtexperten tasten sich langsam an die Entfernung heran und wollen auf der Reise zu dem Asteroiden unter anderem Antriebstechniken mit Solarenergie testen, die für den noch viel längeren Trip unerlässlich sein werden.
Elon Musk will allerdings so lange nicht warten. Er will schon 2018 die erste Rakete zum Mars schicken, um Material für eine Raumstation zum Roten Planeten zu liefern. Alle zwei Jahre soll eine weitere Rakete folgen, bis 2025 eine bemannte Raummission zum Mars starten soll.
Der Mars ist für die Forschung besonders interessant, weil er in seiner Struktur und Entwicklung viele Parallelen zur Erde aufweist. Einstmals hat es auf dem Planeten sehr wahrscheinlich auch Bedingungen gegeben, die Leben ermöglichten. Das Wissen über den Mars sei bereits „dramatisch gewachsen“, erklärt die Nasa, vor allem dank des Forschungsroboters Curiosity. Der hat gerade erst Hinweise dafür entdeckt, dass es frühere eine Marsatmosphäre gab mit deutlich höherem Sauerstoffanteil.
Ab dem Jahr 2020 soll ein weiterer Roboter auf dem Planeten gezielt nach Spuren früheren Lebens suchen und zugleich Technik demonstrieren, die Astronauten das Überleben auf dem Mars ermöglichen kann.
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