Holzmodule machen ein Büro
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) und die baden-württembergische Bauministerin Nicole Razavi (CDU) haben jetzt das IBA’27-Projekt »ZERO.« in Stuttgart-Möhringen besucht. Im Holzmodul-Büroneubau wurde deutlich: Bauen mit Holz schützt nicht nur das Klima, sondern schafft auch eine besondere Raumqualität. Obendrein konnte »ZERO.« in nur wenigen Monaten errichtet werden.

v.l.n.r.: Hannes Riehle (Architekt), Jan Babczynski (Geschäftsführer der Projektgesellschaft S111), Nicole Razavi (Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen), Thomas S. Bopp (Stv. Aufsichtsratsvorsitzender IBA’27 GmbH), Winfried Kretschmann (Ministerpräsident), Dr. Gabriele König (IBA’27-Geschäftsführerin), Andreas Hofer (IBA’27-Intendant) und Dr. Frank Nopper (Oberbürgermeister Landeshauptstadt Stuttgart, Aufsichtsratsvorsitzender IBA’27 GmbH)
Foto: IBA’27 / Franziska Kraufmann
IBA’27-Projekt »ZERO.«
Beinahe 300 Raummodule wurden für »ZERO.« von zwei Betrieben aus regionalen Hölzern maßgenau mitsamt Fassade gefertigt. Auf Lastwagen wurden sie zur Baustelle in Stuttgart-Möhringen transportiert und von Kränen um zwei grüne Innenhöfe herum zusammengesetzt und verbaut. Rund 400 Menschen werden im Gebäude arbeiten.
Natürlich klimatisieren
Der Geschäftsführer der Projektgesellschaft S111 Jan Babczynski sagte im Gespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann MdL, Bauministerin Nicole Razavi MdL, IBA’27-Intendant Andreas Hofer und IBA’27-Geschäftsführerin Dr. Gabriele König: „Wir wollten Nachhaltigkeit beim Bauen ganzheitlich denken. Indem wir gemeinschaftliche Nutzungen wie Meetings im Erdgeschoss bündeln, können wir den Einsatz von Gebäudetechnik und damit den Energieverbrauch stark reduzieren.“ So können zum Beispiel die Räume in den Obergeschossen über Lüftungsklappen in den Brüstungen natürlich klimatisiert werden.
Wohlfühlklima gepaart mit Geschwindigkeit und Kosteneffizienz
Wiederholt kamen die Gäste auf die besonderen räumlichen Qualitäten zu sprechen, die beim Bauen mit Holz entstehen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte zudem: »Die Chancen und Möglichkeiten des Bauens mit Holzmodulen werden in diesem Bauprojekt eindrücklich sichtbar. Im Vordergrund steht dabei nicht nur die Nachhaltigkeit des Materials, sondern auch die Geschwindigkeit und Kosteneffizienz beim Bau. Einfaches Bauen ist für uns dafür ein wichtiger Schlüssel, sowohl im Neubau als auch im Umbau. Unsere Landesformate wie der Strategiedialog ›Bezahlbares Wohnen und innovatives Bauen‹ und die Holzbau-Offensive leisten einen wichtigen Beitrag, Innovationen schnell in die Anwendung zu bringen. Und natürlich trägt gerade auch die IBA’27 mit ihrer Expertise entscheidend dazu bei, zukunftsweisende Projektideen in die Umsetzung zu bringen.«
Typengenehmigung in der Landesbauordnung soll Bauen noch schneller machen
»ZERO.« nimmt bei der häufig geforderten Vereinfachung und Beschleunigung des Bauens eine Vorreiterrolle ein. Damit die Module an der Baustelle passgenau und zügig zusammengesetzt werden konnten, wurde bei der Vorplanung und Fertigung im Werk viel Wert auf Perfektion gelegt, teilen die IBA27-Verantwortlichen mit. Die Bauzeit selbst ist im Vergleich zu konventionellen Bauvorhaben stark verkürzt. Die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi MdL, betonte in diesem Zusammenhang: „Mit der jüngsten Reform der Landesbauordnung haben wir die Typengenehmigung eingeführt und damit einen wichtigen Schritt zur Beschleunigung solcher innovativen Bauvorhaben gemacht. Denn gerade beim Bauen gilt: Zeit ist Geld.“
Baustoff Holz nimmt Fahrt auf
Nach dem Holzparkhaus am Bahnhof in Wendlingen ist »ZERO.« bereits das zweite IBA’27-Projekt, dessen Konstruktion wesentlich auf den nachwachsenden und kreislauffähigen Werkstoff Holz setzt. Für IBA’27-Intendant Andreas Hofer eine erfreuliche Entwicklung auf dem Weg zum ressourcengerechten Bauen: »Im Moment braucht es weitsichtige Menschen, die die Bauwende weiter vorantreiben. Gebäude wie das ›ZERO.‹ weisen den Weg, weil sie gute Architektur sind und das Arbeitsleben der Menschen verbessern. Ich freue mich, dass dieser Mut wahrgenommen und von der Politik stark befördert wird.«
IBA’27-Festival #2
Das »ZERO.« soll am 1. Juli dieses Jahres bezogen werden. Wer das Gebäude zuvor besuchen möchte, hat dazu Gelegenheit beim Baustellenfest im Rahmen des IBA’27-Festivals am 16.05.25 zwischen 14 und 18 Uhr: IBA27.de/festival (Projektadresse: Sigmaringer Str. 111. 70567 Stuttgart). Mehr Infos zum Projekt gibt es auch unter iba27.de/projekt/zero und www.zero-stuttgart.de. Mit über 50 Veranstaltungen markiert das zweite IBA’27-Festival einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Internationalen Bauausstellung 2027, heißt es in einer aktuellen Meldung. In der Region Stuttgart öffnen sich vom 9. bis 24. Mai in Projekten die Türen, feiern Quartiere den Baubeginn und laden Vorhaben zu Gesprächen und Workshops ein. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Schirmherrschaft für das zweiwöchige Event übernommen.