Studie „Sensor-Trends 2030“ rückt Unsichtbares in den Fokus
Meist arbeiten Sensoren unsichtbar. Für Lernprozesse sind ihre Daten aber entscheidend. Eine gemeinsame Studie vom AMA-Verband und dem VDI verdeutlicht die Entwicklungstrends im internationalen Wettbewerb.

Der Einsatz von KI steigert die Leistungsfähigkeit von Sensoren und Sensorsystemen. Die Studie „Sensor Trends 2030“ verdeutlicht die wichtigsten Trends.
Foto: PantherMedia / firefox
Die Sensorik gilt als eine Schlüsseltechnologie für die digitale Zukunft, sowohl in der Industrie als auch in der Mobilität, der Medizin- und Umwelttechnik. Seit zehn Jahren dominieren Anmelder aus Asien mit den höchsten Wachstumsraten bei internationalen Patentanmeldungen diesen Bereich. Die Disziplinen Materialeigenschaften und Radionavigation wachsen laut dem Institut für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) an der Hochschule Coburg besonders stark. Klaus Drese, Leiter des Instituts, hat für den AMA Verband für Sensorik und Messtechnik sowie den Verein Deutscher Ingenieure (VDI) wichtige Erkenntnisse in der Studie „Sensor Trends 2030“ zusammengefasst.
Große Fortschritte durch KI und Quantensensoren
Mit Blick in die Zukunft sind demnach z. B. künstliche Intelligenz und Quantensensoren auf dem Vormarsch. Beispiele sind für das Autorenteam KI-gestützte Mustererkennung und selbstlernende Systeme. Patentanmeldungen im Bereich KI verdoppeln sich nach ihrer Recherche alle 1,3 Jahre. Die Innovationskraft Europas in diesem Umfeld jetzt zu stärken, biete große Chancen für Deutschland.
Zentrale Entwicklungen haben die knapp 70 Autorinnen und Autoren aus Forschung und Industrie dazu auf 180 Seiten herausgearbeitet. Studienleiter Drese sagt dazu: „Deutschland verfügt über eine starke Sensorikbranche und über exzellente Forschungseinrichtungen.“ Durch gezielte Förderprogramme und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie gelte es diese Position zu sichern und weiter auszubauen.
Kleinere und preisgünstigere Sensoren für die Industrie
Sensoren werden immer kleiner und können kostengünstiger hergestellt werden. Von diesem Trend profitiert beispielsweise die Industrie. Auch technisch werden sie immer besser. Dank zunehmender Genauigkeit gibt es damit weniger Messunsicherheiten.
Gleichzeitig steigt der Informationsbedarf exponentiell. Statt reiner Messdaten werden laut dem Autorenteam entsprechende Entscheidungsgrundlagen benötigt. Denn wo früher einzelne Sensoren eingesetzt wurden, sind heute immer häufiger Sensorsysteme Thema. Durch deren Integration und die Funktionserweiterungen würden ganz neue Anwendungsmöglichkeiten geschaffen.
Mehr Sensorik muss dabei nicht zwangsweise einen höheren Energiebedarf bedeuten. Denn laut den Forschenden stehen ein geringerer Energieverbrauch und ressourcenschonende Lösungen bei der Produktentwicklung zunehmend im Fokus. Gleichzeitig trage Sensorik auch dazu bei, die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in Prozessen zu verbessern.
Die Studie „Sensor Trends 2030“ ist seit Ende März 2025 in englischer Sprache verfügbar. Sie richtet sich an Industrievertreter, Forscher und politische Entscheider, die die Zukunft der Sensorik aktiv mitgestalten wollen. Sie kann kostenlos hier heruntergeladen werden:
https://sensortrends.ama-sensorik.de/
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