Quanten, KI & Mobilität: Das zeigt das DLR auf der Hannover Messe 2025
DLR zeigt auf der Hannover Messe 2025 Quantentechnologien, KI, Wasserstoffprojekte und Innovationen für die Mobilität von morgen.

Quantenspeicher sind ein zentraler Bestandteil zukünftiger Quantennetzwerke. Sie ermöglichen den Austausch von Verschränkung und quantenverschlüsselter Kommunikation über große Distanzen. Das DLR arbeitet an der Miniaturisierung eines solchen komplexen Systeme - zum Beispiel für die Anwendung auf Kommunikationssatelliten.
Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert auf der Hannover Messe 2025 aktuelle Forschungsprojekte und Technologien – von Quantensensoren und KI-gestützter Bahninfrastruktur bis zu Wasserstofflösungen und sensibler Robotik. Wir schauen es uns etwas genauer an.
Inhaltsverzeichnis
- Ein Blick in die Zukunft
- Alles für die Quanten
- Live-Podcast und Bühnenshow
- Quantencomputing im Fokus
- KI für Infrastruktur, Aerogele für Energiesysteme
- Intelligente Systeme für die Bahn
- Automatisiertes Fahren und sensible Roboter
- Datennutzung und Digitalisierung
- Wasserstoff als Energieträger der Zukunft
- Karrierechancen beim DLR
Ein Blick in die Zukunft
Die Hannover Messe 2025 öffnet ihre Tore – und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bringt eine Vielzahl an innovativen Projekten mit. Unter dem Motto „Am Rande des Möglichen – Quantentechnologien made by DLR“ präsentiert die Forschungseinrichtung ihre aktuellen Entwicklungen aus den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit. Interessierte finden das DLR unter anderem in Halle 2 am Stand A48.
Im Zentrum der Messepräsenz steht das Thema Quanten. Anlass ist das internationale Jahr der Quantenwissenschaften, das weltweit auf die Potenziale dieser Schlüsseltechnologie aufmerksam macht.
Alles für die Quanten
Quantenphysik gilt als eine der komplexesten Disziplinen der Naturwissenschaften. Das DLR will sie auf der Messe greifbarer machen. Im Fokus stehen Anwendungen, die längst nicht mehr nur Theorie sind. Dazu zählen etwa hochpräzise Quantensensoren, die winzige Veränderungen im Gravitationsfeld messen können. Solche Geräte könnten künftig etwa bei der Erkundung unterirdischer Wasserressourcen oder bei der Vulkanüberwachung zum Einsatz kommen.
Auch die sichere Kommunikation über große Distanzen wird durch Quantenphysik neu gedacht. Die satellitenbasierte Quantenverschlüsselung verspricht abhörsichere Datenübertragung – ein Thema mit zunehmender Bedeutung in Zeiten wachsender Cyberbedrohungen.
Zusätzlich stellt das DLR kompakte laseroptische Uhren vor, die für Navigationssatelliten verwendet werden könnten, sowie miniaturisierte Quantenspeicher, die Teil eines zukünftigen satellitengestützten Quantennetzes sein sollen.

BECCAL wird die Durchführung von Experimenten mit ultrakalten Atomen und Bose-Einstein-Kondensaten an Bord der Internationalen Raumstation ISS ermöglichen. Es schafft so die Voraussetzungen für Grundlagenforschung und die Entwicklung künftiger Quantensensoren auf Basis der Materiewellen-Interferometrie.
Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)
Live-Podcast und Bühnenshow
Ein besonderes Highlight für Messebesuchende: Am 1. April 2025 nimmt der Moderator Daniel Finger am DLR-Stand zwei neue Folgen des Podcasts „Von der Erde ins All“ auf. Interessierte können dabei sein, wenn DLR-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre aktuellen Projekte erklären.
Am 2. April folgt der Raumfahrttag auf der Tech Transfer Conference Stage. Ab 9:45 Uhr bringt das DLR gemeinsam mit Expertinnen, Experten und dem ehemaligen ESA-Astronauten Gerhard Thiele das Thema Quanten auf die Bühne. In Kurzvorträgen und Gesprächen geht es um Anwendungen in Navigation, Kommunikation, Raumfahrt und neuen Rechnerarchitekturen.
Quantencomputing im Fokus
Mit der DLR Quantencomputing-Initiative (DLR QCI) soll der Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen gelingen. Ziel ist es, ein nachhaltiges Ökosystem für Quantencomputing in Deutschland aufzubauen. Etwa 80 Projekte mit Start-ups, Industrie und Wissenschaft entwickeln aktuell konkrete Hardware, Software und Anwendungsfälle. Der DLR-Stand bietet tiefe Einblicke in diesen dynamischen Bereich.
KI für Infrastruktur, Aerogele für Energiesysteme
Auch künstliche Intelligenz (KI) ist am DLR-Stand Thema. Die Ausgründung „heatbrAIn“ zeigt, wie mithilfe von Geodatenanalyse und Algorithmen kommunale Wärmeplanung effizienter gestaltet werden kann. Das Start-up unterstützt Städte und Kommunen bei der Erstellung von Transformationspfaden für die Wärmewende.
Eine weitere Innovation kommt aus der Materialforschung: Aerogele. Diese extrem leichten und porösen Materialien bestehen aus Kohlenstoff und besitzen eine spezielle Nanostruktur. Sie könnten künftig Batteriesysteme langlebiger und leistungsfähiger machen – ein entscheidender Beitrag für die Elektromobilität.
Intelligente Systeme für die Bahn
In der Verkehrsforschung zeigt das DLR, wie KI genutzt werden kann, um Schäden an Bahninfrastruktur frühzeitig zu erkennen. Mithilfe von Bildverarbeitung analysieren Systeme automatisch Risse in Bahnschwellen. Solche Technologien können die Wartung von Schienennetzen effizienter und sicherer machen.
Automatisiertes Fahren und sensible Roboter
Am Stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in Halle 2 informiert das DLR über „Managed Automated Driving“ (MAD). Dabei kommen Sensoren in der Umgebung – etwa an Laternen oder Hausfassaden – zum Einsatz, um automatisiertes Fahren im Stadtverkehr sicherer zu machen.
Ein weiterer Beitrag stammt vom Start-up Versatile Robotics. Mit spezieller Software verleiht es Industrierobotern ein „Fingergefühl“, das präzise Bewegungen ermöglicht – entscheidend für eine sichere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.
Datennutzung und Digitalisierung
Auch die digitale Vernetzung von Industrie und Mobilität ist Thema. Das dezentrale Datenintegrationssystem „BASE-X“ ermöglicht es, verschiedene Daten- und Servicenetze miteinander zu verbinden – unabhängig von großen Plattformanbietern. Die Lernplattform „Transfer-X“ richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Mit einem interaktiven Spiel wird dort erklärt, wie ein gemeinsames Datenökosystem funktioniert.

Demonstrationsanlage für effizientere Klimatisierung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellen-Antrieb.
Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)
Wasserstoff als Energieträger der Zukunft
Auf der Ausstellungsfläche „Hydrogen + Fuel Cells EUROPE“ (Halle 13, Stand B36) präsentiert das DLR aktuelle Forschungsarbeiten rund um Wasserstoff. Gezeigt werden Komponenten für eine funktionierende Infrastruktur, neue Entwicklungen bei Brennstoffzellen sowie Fortschritte bei der Elektrolyse, also der Wasserstoffgewinnung aus Wasser.
Karrierechancen beim DLR
Wer sich für Technik begeistert, kann sich am Hauptstand auch über berufliche Perspektiven informieren. Das Personalmarketing des DLR stellt Ausbildungswege, Studienmöglichkeiten und offene Stellen vor. Sogar der Einstieg als Mitgründer eines DLR-Start-ups ist möglich – in den Bereichen Technik, Business Development oder Vertrieb.
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