Feedback 27.02.2025, 10:00 Uhr

Arbeitgeber scheitern an Kununu: Wie Sie durch Ignoranz Vertrauen verlieren

Wie reagieren Ingenieurunternehmen auf Bewertungen auf Kununu? Die Analyse zeigt ernüchternde Einblicke: Viele führende Unternehmen lassen wertvolles Feedback ihrer Mitarbeitenden ungenutzt und verpassen so eine Chance, ihr Arbeitgeberimage entscheidend zu verbessern.

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90 % der Unternehmen reagieren nicht auf Kununu-Bewertungen – ein fataler Fehler?

Foto: PantherMedia / VitalikRadko

Die meisten deutschen Unternehmen ignorieren das Feedback ihrer Mitarbeitenden. Eine aktuelle Analyse der Beratung Employer Telling zeigt, dass 90,3 % der Arbeitgeber auf der Plattform kununu keine einzige Bewertung beantworten. Insgesamt reagieren Unternehmen auf 79,8 % aller Bewertungen nicht. Selbst bei Firmen mit mindestens 50 Bewertungen – also einer hohen Sichtbarkeit auf kununu – bleiben 72,1 % der Rückmeldungen unbeantwortet. Die Analyse basiert auf 3,44 Millionen Bewertungen von fast 300.000 Unternehmen.

Ignorante Haltung gegenüber dem Mitarbeiterfeedback

„Wissenschaftliche Studien zeigen: Arbeitgeberantworten auf Bewertungen werden von mehr als 80% aller kununu-Nutzenden gelesen. Vor diesem Hintergrund ist die ignorante Haltung so vieler Arbeitgeber gegenüber ihrem Mitarbeiterfeedback erschreckend. Sie zeigt: Vielen Arbeitgebern fehlt das Ohr für die eigenen Mitarbeiter sowie das Gespür dafür, was die Mitlesenden für Rückschlüsse auf ihr Arbeitgeberimage ziehen“, erklärt Sascha Theisen von Employer Telling die Studienergebnisse.

Um den Umgang mit Mitarbeiterfeedback genauer zu untersuchen, konzentrierten sich die Experten auf Arbeitgeber mit mindestens 50 kununu-Bewertungen – Unternehmen, die das Thema eigentlich ernst nehmen müssten. Dabei analysierten sie 2,06 Millionen Bewertungen von 10.747 Firmen aus 34 Branchen. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Antwortquote lag nur bei 27,9 %. Besonders schlecht schneiden die DAX40-Unternehmen ab, die im Schnitt nur 22,9 % der Bewertungen beantworten. Insgesamt wurden diese 40 wichtigsten deutschen Firmen fast 90.000 Mal auf kununu bewertet.

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Foto: Employer Telling Studie

Foto: Employer Telling Studie

Antwortquoten nach Branche – Wer reagiert auf Mitarbeiterfeedback?

Branchen mit hoher Antwortquote:

  • Hotels: 42,5 %
  • Steuerberatungen: 36,2 %
  • Handwerksbetriebe: 35,2 %
  • Handel: 35,0 %

Branchen mit niedriger Antwortquote:

  • Automobilindustrie: 21,0 %
  • Verwaltung & Administration: 18,6 %
  • Forschung: 13,3 %
  • Sport & Beauty: 8,1 %

Überraschend: Hotels und Steuerberatungen zeigen eine hohe Reaktionsbereitschaft, während Forschung und Beauty kaum auf Bewertungen eingehen.

„Gerade die Automobilindustrie, die sich als eine der deutschen Schlüsselindustrien derzeit in einem beispiellosen Veränderungsprozess befindet, sollte ihr Ohr nah an der Stimme ihrer Belegschaften haben, um darüber ein Gespür für Stimmungen und Trends in den eigenen Reihen zu entwickeln. Unsere Zahlen zeigen allerdings, dass diese Chance derzeit nicht genutzt wird“, sagt Dr. Manfred Böcker von Employer Telling.

Wie Ingenieurunternehmen auf Kununu wirklich abschneiden

Wie gestaltet sich die Situation bei Unternehmen der Ingenieurbranche? INGENIEUR.DE hat dazu eine exklusive Auswertung der Unternehmensberatung Employer Telling erhalten, die speziell für die Top 20 Trendence-Arbeitgeber angefertigt wurde.

Unternehmen Antwortquote Anzahl der MA-Bewertungen
BMW Group  0%  4896
AUDI AG 29,8 2061
Porsche 0,9 1418
Mercedes Benz 0,4  6483
Siemens AG 11,4 5412
Airbus  1,1  1936
Bosch Gruppe  48,2 6369
Deutsche Bahn  0,64 11544
Google 0 283
Tesla 2,5 840
DLR 27,3 630
Microsoft 1,8 723
Volkswagen  26,1 2697
BASF 32,6 2619
Fraunhofer Gesellschaft 20,2 871
Lufthansa Technik  26,7  871
STRABAG 31,4 2578
HOCHTIEF  9,5 486
Bayer 18,6 2261
Rolls Royce 39 361

Laut der Employer Telling-Analyse zeigt sich ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis: Deutsche Arbeitgeber scheinen wenig kritikfähig zu sein. Die Untersuchung habe ergeben, dass die Antwortquote umso geringer ausfalle, je kritischer die Bewertungen der Mitarbeitenden seien. Sascha Theisen erklärt dazu, dass es den Unternehmen offenbar schwerfalle, sich mit Kritik auseinanderzusetzen, und sie diese stattdessen lieber ignorieren würden.

Arbeitgeber meiden Kritik – Zahlen sprechen für sich

Arbeitgeber reagieren kaum auf kritische Bewertungen, antworten aber deutlich häufiger auf positive Rückmeldungen.

  • Bei 1–2 Sternen liegt die Antwortquote nur bei 3,4 %.
  • Etwas besser sieht es bei 2–2,5 Sternen aus, doch auch hier antworten nur 7,7 % der Unternehmen.
  • Ganz anders bei 4,5–5 Sternen: In diesen Fällen steigt die Antwortquote auf 41,9 % – ein weit überdurchschnittlicher Wert.

Das Muster ist klar: Negative Kritik wird größtenteils ignoriert, während Lob gerne beantwortet wird.

Kritik ist nicht für jeden leicht zu handhaben, und auch auf Unternehmensseite wird sie oft schweigend hingenommen. Die Bewertungen auf Kununu sind mittlerweile weit bekannt – ohne sie zu lesen, lohnt sich eine Bewerbung oft nicht, um böse Überraschungen zu vermeiden. Schließlich möchte man wissen, wie der Arbeitgeber wahrgenommen wird und was einen dort erwartet. „Ein enormer Anteil an Jobsuchenden liest die Antworten von Arbeitgebern und gewichtet sie. So nehmen Kandidat*innen die Argumentation der Unternehmen nicht nur zur Kenntnis, sondern ziehen sie zu Rate, wenn die Bewerbungsentscheidung ansteht“, schreiben die Autoren der Studie „Deutsche Arbeitgeber zwischen Sprachlosigkeit und Antwortmanagement“ Sascha Theisen und Dr. Manfred Böcker.

„Deutsche Arbeitgeber sind gut darin, sich brav für positives Feedback zu bedanken. Es fällt ihnen dagegen schwer, Farbe zu bekennen, wenn sie kritisiert werden. Souveränität, Kritikfähigkeit und Gelassenheit im Umgang mit Bewertungen sehen anders aus“, resümiert Dr. Manfred Böcker.

Bewertungen ernst nehmen

Kritik kann jedoch auf verschiedene Weisen interpretiert werden, und selbst bei guten Arbeitgebern sind negative Bewertungen nicht auszuschließen. Ein echter Pluspunkt für den Arbeitgeber ist es, wenn er zu Kritik steht, auf die angesprochenen Punkte eingeht und kritische Bewertungen beantwortet. Das zeigt, dass das Unternehmen bereit ist, sich zu verbessern und die Meinungen seiner Mitarbeiter ernst zu nehmen.

Auch in einem kürzlich erschienenen Interview empfiehlt Oliver Kempkens, ein renommierter Experte im Bereich Executive Search, die Bewertungen ernst zu nehmen und aktiv darauf zu reagieren: „Wichtig ist, die Bewertung differenziert zu betrachten – ist es eine Rachebewertung oder steckt tatsächlich ein berechtigtes Anliegen dahinter? Besonders bei großen Unternehmen sollte nicht nur HR, sondern auch Marketing und die zuständigen Geschäftsbereichsleiter involviert werden. Wenn sich negative Bewertungen häufen, sollte man ernsthaft in den Dialog treten, um herauszufinden, was dran ist“, sagte er im Interview. „Extern kann man das Ganze natürlich managen – durch eine öffentliche Antwort, die zeigt, dass man sich um die Bedenken kümmert. Aber intern sollte man die Bewertung als Anstoß nehmen, mit den entsprechenden Führungskräften oder dem gesamten Team ins Gespräch zu gehen, um das Problem zu verstehen und Lösungen zu finden. Denn es könnte sein, dass eine einzelne negative Erfahrung ein größeres, ungelöstes Thema widerspiegelt, das in einem Bereich oder Team weit verbreitet ist“, so der Experte, der Unternehmen weltweit bei der Besetzung von Führungskräften begleitet.

3,44 Millionen kununu-Bewertungen von fast 300.000 Arbeitgebern analysiert

Für die Employer-Telling-Studie wurden insgesamt 3,44 Millionen kununu-Bewertungen von fast 300.000 Arbeitgebern analysiert, um die allgemeine Dialogbereitschaft deutscher Unternehmen zu bewerten. Anschließend konzentrierte sich die Untersuchung auf Arbeitgeber mit mindestens 50 Bewertungen, da diese aufgrund der hohen Anzahl das Thema Arbeitgeberbewertungen bewusst wahrnehmen sollten. Nach dieser Eingrenzung wurden weiterhin 2,06 Millionen Bewertungen von 10.747 Unternehmen aus 34 Branchen ausgewertet, um detailliertere Einblicke zu gewinnen.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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