Beratung 13.11.2015, 01:00 Uhr

Ein Maschinenbauingenieur berichtet…

Ralph Hohenwarter forscht, um anderen ein besseres Leben zu ermöglichen. Er machte sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg und arbeitet heute an seiner Promotion. Es sind Kleinigkeiten: hoch in ein Regal greifen, ein Fenster öffnen oder ein Gespräch auf Augenhöhe. Was selbstverständlich erscheint, bedeutet für querschnittsgelähmte Patienten die Welt.

Technik verwirklicht den Traum vom Laufen.

Technik verwirklicht den Traum vom Laufen.

Foto: VDI e.V.

Mit einem ehrgeizigen Projekt möchte der Ingenieur Ralph Hohenwarter ein Stück Selbstverständlichkeit wiederherstellen. Er entwickelt ein neuartiges Exoskelett, das Querschnittsgelähmte befähigen soll, durch eigene Muskelkraft zu laufen.

Muskelkraft soll Motoren ersetzen

Die Exoskelette, an denen Hohenwarter forscht, sind hüfthohe elektromechanische Stützen, die querschnittsgelähmten Patienten helfen, den Körper aufrecht zu halten. Während bisher Elektromotoren das Laufen ermöglichen, geht das Konzept von Hohenwarter einen entscheidenden Schritt weiter.

„Die Muskeln von Querschnittsgelähmten bauen sich nach ca. einem Jahr komplett ab, danach können sie sich nicht mehr regenerieren“, erklärt Hohenwarter. „Wir verwenden daher die Muskeln als Aktuator. Nicht der Motor erzeugt die Energie, die für das Laufen notwendig ist, sondern die Muskeln des Patienten selbst. Damit erhalten wir auch die Muskelfunktion.“ Dadurch wird das Laufen dynamischer und natürlicher, weniger roboterhaft. Der Bedarf ist groß, weiß der Ingenieur aus unzähligen Gesprächen mit Ärzten, die ihm tatkräftig bei der Umsetzung helfen. Schließlich betreibt Hohenwarter das Projekt auf Eigeninitiative, ohne Budget, nur mit der Unterstützung der Universitätskliniken in München und Leipzig.

Der Ingenieur und seine Antriebskraft

Seine besondere Energie und Leidenschaft hat ihm auch geholfen, zunächst große Hürden im Leben zu überwinden. Denn nach einer Ingenieurkarriere sah es bei ihm zunächst nicht aus. Der ehemalige Hauptschüler sollte sogar auf die Sonderschule wechseln. „Ich habe dann doch den Hauptschulabschluss geschafft, eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker absolviert und dann über den zweiten Bildungsweg das Abitur gemacht und anschließend ein Maschinenbaustudium absolviert“, berichtet der 39-Jährige, der inzwischen auch an seiner Doktorarbeit sitzt.

Stellenangebote im Bereich Forschung & Lehre

Forschung & Lehre Jobs
Universität Duisburg-Essen-Firmenlogo
Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (w/m/d) im Zentrum für NanoIntegration Universität Duisburg-Essen
Duisburg Zum Job 
Hochschule RheinMain-Firmenlogo
W2 Professur "Fahrzeugtechnik: Fahrwerktechnik und mechatronische Fahrzeugsysteme" Hochschule RheinMain
Rüsselsheim Zum Job 
Hochschule RheinMain-Firmenlogo
Ingenieur:in für eine W2 Professur "Fahrzeugtechnik: Fahrwerktechnik und mechatronische Fahrzeugsysteme" Hochschule RheinMain
Rüsselsheim Zum Job 
Universität Bayreuth-Firmenlogo
W3-Professur für Technische Thermodynamik und Transportprozesse Universität Bayreuth
Bayreuth Zum Job 
THU Technische Hochschule Ulm-Firmenlogo
W2-Professur "Elektronik" THU Technische Hochschule Ulm
Technische Universität Darmstadt-Firmenlogo
Professur (W3) "Fahrzeugantriebssysteme" Technische Universität Darmstadt
Darmstadt Zum Job 
Hochschule Schmalkalden-Firmenlogo
Lehrkraft für besondere Aufgaben für Konstruktion/CAD Hochschule Schmalkalden
Schmalkalden Zum Job 
Graz University of Technology, Faculty of Technical Chemistry, Chemical and Process Engineering and Biotechnology, Institute of Process and Particle Engineering-Firmenlogo
Professorship for Particle Engineering and Solids Processing Graz University of Technology, Faculty of Technical Chemistry, Chemical and Process Engineering and Biotechnology, Institute of Process and Particle Engineering
Graz, Austria Zum Job 
Hochschule Reutlingen-Firmenlogo
W2-PROFESSUR (m/w/x) Biomimetische Materialsysteme Hochschule Reutlingen
Reutlingen Zum Job 
Hochschule Angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Modellbildung und Simulation in der Energie- und Gebäudetechnik (W2) Hochschule Angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Technische Hochschule Georg Agricola-Firmenlogo
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d) im Bereich Verfahrenstechnik Technische Hochschule Georg Agricola
Hochschule Angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Energiewandler und Energiespeicher in der Fahrzeugtechnik (W2) Hochschule Angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
THU Technische Hochschule Ulm-Firmenlogo
W2-Professur Technische Informatik THU Technische Hochschule Ulm
Technische Hochschule Mittelhessen-Firmenlogo
W2-Professur mit dem Fachgebiet Anlagenautomation und nachhaltiges Energiemanagement Technische Hochschule Mittelhessen
Gießen Zum Job 
Westfälische Hochschule-Firmenlogo
Professur Smarte Robotik und KI (W2) Westfälische Hochschule
Bocholt Zum Job 
Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professor:in (W2) für das Lehrgebiet "Daten und IoT-Systeme" Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences
Esslingen am Neckar Zum Job 
THD - Technische Hochschule Deggendorf-Firmenlogo
Professorin / Professor (m/w/d) für das Lehrgebiet "Elektronik und Hochfrequenztechnik" THD - Technische Hochschule Deggendorf
Deggendorf Zum Job 
Universität Stuttgart-Firmenlogo
W3-Professur "Chemische Verfahrenstechnik" Universität Stuttgart
Stuttgart Zum Job 
Hochschule Angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Mitarbeiterin oder Mitarbeiter für das Labor für Werkstofftechnik (m/w/d) Hochschule Angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professor:in (W2) für das Lehrgebiet "Automatisierungssysteme in Gebäude-, Energie- und Umwelttechnik" Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences
Esslingen am Neckar Zum Job 

Der Technologietransfer von der Forschung in die Wirtschaft gehört für Ralph Hohenwarter zum Selbstverständnis seines Berufs.

Darüber hinaus ist es ihm wichtig, anderen Menschen durch seine Fähigkeiten das Leben zu erleichtern. Auch beim Projekt Exoskelett steht er mit seinem Team täglich vor neuen Herausforderungen. Wie bringt man einen Muskel, der nicht mehr funktioniert dazu, sich wieder zu bewegen? Welche physikalischen Lösungen sind dafür notwendig und technisch realisierbar? Fragen, deren Antworten viel Kreativität und gutes Teamwork verlangen. Für Hohenwarter sind dies zwei Kernkompetenzen eines jeden guten Ingenieurs.

VDI-Ingenieurgeschichten

Seit 2014 sammelt der VDI Ingenieurgeschichten, die er auf einer eigenen Webseite vorstellt. Dabei werden Ingenieure und Ingenieurinnen in ihren aktuellen Arbeitsgebieten vorgestellt – vom Unternehmenslenker, der sich mit Intralogistik beschäftigt, bis zur Mikrosystemingenieurin, die an einem Miniaturlabor bastelt, sind bereits einige spannende Porträts erschienen. Sie alle zeugen von der Vielfältigkeit des Ingenieurberufs und zeigen, wo Ingenieure auch in Ihrem Alltag ihre Finger mit im Spiel haben.

Wer selbst eine Geschichte zu erzählen hat oder eine/n Ingenieur/in kennt, deren/dessen Beruf außergewöhnlich ist, kann sich direkt an den VDI wenden. Das Team der VDI-Ingenieurgeschichten nimmt noch bis Anfang November 2015 Themenvorschläge entgegen.

 

Ein Beitrag von:

  • VDI

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.