Fachkräfte finden auf Instagram: So kann es gehen
In diesem Beitrag zeigen wir, wie Instagram genutzt werden kann, um Fachkräfte zu gewinnen. Wie positionieren Unternehmen ihre Arbeitgebermarke effektiv? Welche Strategien sprechen Kandidaten an? Und warum ist die Balance zwischen authentischen Einblicken und gezieltem Recruiting entscheidend?

Social Media Recruiting: Instagram als Schlüssel zur Gewinnung von Fachkräften und zur Stärkung der Arbeitgebermarke.
Foto: PantherMedia / remicki
Social Media hat die Art und Weise, wie Unternehmen nach neuen Mitarbeitern suchen, grundlegend verändert. Während klassische Stellenanzeigen oft nur aktiv suchende Bewerber erreichen, ermöglichen soziale Netzwerke eine gezielte und direkte Ansprache potenzieller Fachkräfte – auch solcher, die aktuell nicht aktiv auf Jobsuche sind.
Inhaltsverzeichnis
- Sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren
- Grundlagen verstehen und eine Strategie erarbeiten
- Authentische Einblicke in den Arbeitsalltag liefern
- „Stell mir eine Frage“- Sticker
- Eine Live-Schalte als Option
- Jobs in „Highlights“ anpinnen
- „Menschen geben der Marke ein Gesicht“
- Warum weniger mehr ist
- Warum eine zeitnahe Antwort bei Instagram entscheidend ist
- Mitarbeitende ins Rampenlicht stellen
- Was darf man als Arbeitgeber bei Instagram nicht machen?
- Hashtags: Ja oder nein?
- Ortsangaben bei Instagram
Unternehmen können Social Media nutzen, um ihre Arbeitgebermarke zu stärken, einen authentischen Einblick in die Unternehmenskultur zu geben und direkt mit potenziellen Kandidaten in Kontakt zu treten. Plattformen wie Instagram, LinkedIn oder TikTok bieten dabei verschiedene Möglichkeiten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen – sei es durch Storytelling, Videos oder interaktive Formate.
Sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren
Instagram ist eine der meistgenutzten Social-Media-Plattformen und besonders bei jungen Talenten beliebt. Damit bietet es Unternehmen die Chance, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und gezielt Fachkräfte anzusprechen.
Klar, man könnte sagen, Instagram sei hauptsächlich eine Plattform für Privatnutzer, die Unterhaltung suchen. Das stimmt – aber eben nicht ganz. Auch Instagram entwickelt sich ständig weiter, und was vor ein paar Jahren noch galt, verändert sich rasant. Zur Erinnerung: Früher hieß es oft, Instagram sei nur zum Posten von Essen da. Doch heute sieht die Realität anders aus. Immer mehr Unternehmen nutzen Instagram strategisch, um sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren, Einblicke in ihren Arbeitsalltag zu geben und gezielt Fachkräfte anzusprechen. Die Plattform ist längst mehr als nur ein Ort für schöne Bilder – sie ist ein wirkungsvolles Werkzeug für modernes Recruiting.
Grundlagen verstehen und eine Strategie erarbeiten
Julia Tiedemann und Dr. Martin Koschmieder vom öffentlichen Unternehmen HAMBURG WASSER, dem kommunalen Trinkwasserver- und Abwasserentsorger in Hamburg, wissen genau, wie Social Media die klassische Öffentlichkeitsarbeit ergänzen kann. „Fast 80 % der Bevölkerung in Deutschland nutzen Social Media. Das bedeutet, dass wir einfach eine sehr große Chance haben, einen großen Teil der Menschen genau dort zu erreichen“, sagte Julia Tiedemann in einem VDI Service-Talk zu diesem Thema.
Sie weiß genau, dass dafür zunächst eine solide Grundlage geschaffen werden muss. Welche Botschaften sollen vermittelt werden und welche Zielgruppen sollen erreicht werden? „Die Ziele sollten dabei smart formuliert sein: spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitgebunden. Auf dieser soliden Grundlage können dann gezielt die Inhalte, also der Content, entwickelt werden, der diese Ziele unterstützt.“
Authentische Einblicke in den Arbeitsalltag liefern
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und genau das macht Instagram so wertvoll für Unternehmen, die sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren möchten. Durch visuelle Inhalte wie Bilder, Videos und Stories können Unternehmen authentische Einblicke in den Arbeitsalltag geben und zeigen, was sie als Arbeitgeber besonders macht.
Statt trockener Textanzeigen können sie mit ansprechenden Bildern aus dem Büroalltag, kurzen Videos von Mitarbeiterevents oder Behind-the-Scenes-Einblicken in spannende Projekte Emotionen wecken und potenzielle Bewerber inspirieren. Besonders Storytelling spielt hierbei eine große Rolle: Ein Tag im Leben eines Mitarbeiters, ein Blick hinter die Kulissen oder persönliche Erfolgsgeschichten von Teammitgliedern schaffen eine direkte und emotionale Verbindung zur Zielgruppe.
„Stell mir eine Frage“- Sticker
Ein gutes Beispiel für den effektiven Einsatz von Instagram Stories im Recruiting ist das Frage-Antwort-Format mithilfe des „Stell mir eine Frage“-Stickers. Natürlich kann dieser Sticker für private Unterhaltungen genutzt werden, doch Unternehmen können ihn auch gezielt einsetzen, um Bewerbern wertvolle Einblicke zu bieten.
Wenn eine solche Aktion rechtzeitig angekündigt wird – zum Beispiel mit dem Hinweis: „Heute um 12 Uhr beantwortet unser Bauingenieur XY eure Fragen!“ –, können potenzielle Bewerber gezielt Fragen stellen. Sie könnten beispielsweise wissen wollen:
- Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
- Welche Aufgaben übernimmt ein Bauingenieur in diesem Unternehmen?
- Welche Herausforderungen bringt der Job mit sich?
Statt sich nur durch eine trockene Stellenbeschreibung zu kämpfen und zu rätseln, ob sie zur Position passen, können Interessierte direkt mit einer authentischen Person aus dem Unternehmen interagieren. Dies erleichtert nicht nur die Entscheidung für eine Bewerbung, sondern baut auch Vertrauen in den Arbeitgeber auf. Eine solche persönliche und interaktive Kommunikation macht das Recruiting greifbarer und schafft eine engere Verbindung zwischen Unternehmen und potenziellen Talenten.
Eine Live-Schalte als Option
Oder noch interaktiver: Statt nur über den „Stell mir eine Frage“-Sticker zu arbeiten, könnte das Unternehmen eine Live-Schalte mit dem Bauingenieur durchführen. In diesem Live-Format könnten Interessierte ihre Fragen direkt stellen und sofort Antworten erhalten.
Ein Live-Video bietet mehrere Vorteile:
- Die Interaktion ist direkter und persönlicher als eine klassische Stellenanzeige.
- Spontane Fragen können in Echtzeit beantwortet werden.
- Bewerber bekommen einen authentischen Eindruck von der Person und der Unternehmenskultur.
- Durch die Live-Funktion auf Instagram erhalten Follower eine Benachrichtigung, sodass mehr Menschen teilnehmen.
Wenn das Event im Voraus gut beworben wird – zum Beispiel mit Ankündigungs-Posts oder Erinnerungs-Stories –, kann es eine hohe Reichweite erzielen. Solche Live-Formate ermöglichen es Unternehmen, nahbarer zu wirken und potenzielle Bewerber auf eine moderne, interaktive Weise anzusprechen.
Jobs in „Highlights“ anpinnen
Wenn ein Unternehmen regelmäßig offene Stellen hat, kann es diese übersichtlich in einem „Highlight“ auf seinem Instagram-Profil speichern. Dafür sollten im Vorfeld einige ansprechende Stories mit den jeweiligen Stellenausschreibungen produziert werden. So sind alle Jobangebote dauerhaft an einem zentralen Ort abrufbar, ohne dass sie nach 24 Stunden verschwinden.
Warum ist das sinnvoll?
- Vermeidung von „Job-Spam“: Anstatt die Follower ständig mit neuen Stellenanzeigen zu bombardieren, bleibt das Unternehmen in ihrer Timeline durch interessante Beiträge, Reels oder Erklärvideos präsent.
- Gezielte Positionierung als attraktiver Arbeitgeber: Durch abwechslungsreiche Inhalte – Einblicke in den Arbeitsalltag, Mitarbeiter-Interviews oder Erfolgsgeschichten – bleibt das Unternehmen in positiver Erinnerung.
- Einfacher Zugang für Interessierte: Wer sich für eine Karriere im Unternehmen interessiert, kann jederzeit im Highlight „Jobs“ (oder einem ähnlichen Titel) nachsehen.
- Direkte Bewerbungsmöglichkeit: Über einen hinterlegten Link gelangen Interessierte mit nur einem Klick auf die Karriereseite des Unternehmens und können sich unkompliziert bewerben.
„Menschen geben der Marke ein Gesicht“
Ein sehr wichtiger Punkt ist das Branding – und hier ist weniger oft mehr. Viele Unternehmen neigen dazu, ihre Bilder und Videos mit auffälligen Logos, auffälligen Corporate-Farben oder grafischen Elementen zu überladen, um ihre Marke zu betonen. Doch dieser Ansatz kann schnell kontraproduktiv wirken, weil die Inhalte selbst und die Authentizität in den Hintergrund rücken. Stattdessen sollte das Branding dezent und subtil in die Inhalte integriert werden. Ein schlichter Balken oder ein kleines, unaufdringliches Logo, das das Bild nicht dominiert, kann oft viel effektiver sein.
Auch Julia Tiedemann ist sich sicher: „Menschen geben der Marke ein Gesicht, schaffen Vertrauen und machen sie nahbarer. Das macht ein Unternehmen authentisch und schafft eine Bindung zur Community.“ Und das funktioniert perfekt – wenn man sich die Postings von Hamburg Wasser anschaut. „Grundsätzlich ist authentisches Storytelling bei jedem Video enorm wichtig. Es geht immer um Emotionen. Fragen Sie die Kolleginnen, was sie begeistert, denn echte Geschichten wirken am besten“, erklärt sie weiter.
Warum weniger mehr ist
Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch eine belebte Straße und plötzlich wird Ihnen ein Flyer in die Hand gedrückt. Sie werfen einen Blick darauf, aber es wirkt sofort wie „Werbung“ – und oft landet der Flyer direkt im nächsten Mülleimer. Genauso kann es auch auf Social Media wirken, wenn Beiträge überladen mit Corporate-Design-Elementen sind.
Das Ziel ist es, die Menschen und die Inhalte in den Vordergrund zu stellen und nicht das Branding selbst. Es geht darum, authentische Einblicke und wertvolle Informationen zu bieten, die die Zielgruppe wirklich interessieren. Wenn das visuelle Branding zu aufdringlich ist, lenkt es vom eigentlichen Inhalt ab und wird schnell als störend oder unnatürlich wahrgenommen.
Statt auf auffällige Gestaltungselemente zu setzen, sollte das Unternehmen seinen Fokus auf wertvolle, relevante Inhalte legen und das Branding so integrieren, dass es die Botschaft unterstützt, aber nicht überlagert. Auf diese Weise wird der Beitrag als authentisch wahrgenommen, und die Follower können sich eher mit den Menschen hinter dem Unternehmen identifizieren – was die Markenbindung und das Interesse an den Stellenangeboten langfristig fördert.
Warum eine zeitnahe Antwort bei Instagram entscheidend ist
Ein sehr wichtiger Aspekt ist, dass jemand immer einen Blick auf den Instagram-Account hat, um sicherzustellen, dass alle Kommentare und Direktnachrichten schnell und persönlich beantwortet werden. Zwar können Content-Planungstools eine wertvolle Hilfe sein, um regelmäßig Inhalte zu posten, aber die Interaktion mit den Followern darf nicht zu kurz kommen. Besonders auf Plattformen wie Instagram, die durch ihre schnelle, visuelle Natur geprägt sind, erwarten Nutzer unmittelbare Reaktionen.
Instagram ist eine sehr schnelllebige Plattform. Wenn ein potenzieller Bewerber oder Follower eine Frage stellt oder Interesse an einer Stelle bekundet, sollte diese Anfrage sofort oder zumindest innerhalb von wenigen Stunden beantwortet werden. Längere Wartezeiten – besonders wenn es sich um Tage handelt – können schnell dazu führen, dass das Interesse der Person erlischt oder sie das Gefühl bekommt, dass das Unternehmen nicht wirklich auf sie eingeht.
Eine schnelle Antwort zeigt nicht nur Engagement und Kundenorientierung, sondern vermittelt auch den Eindruck, dass das Unternehmen dynamisch und nahbar ist. Das ist besonders im Recruiting wichtig, da sich Bewerber so direkt angesprochen und wertgeschätzt fühlen. Es trägt dazu bei, ein positives Bild des Unternehmens zu schaffen und kann den Unterschied zwischen einer Bewerbung und einer verpassten Gelegenheit ausmachen.
Ein weiteres Plus: Eine schnelle Reaktion in den Kommentaren oder Nachrichten kann auch andere potenzielle Bewerbende ermutigen, weil sie sehen, dass das Unternehmen aktiv mit Interessenten interagiert. Es schafft Vertrauen und stärkt die Arbeitgebermarke.
Daher sollte man sicherstellen, dass der Account regelmäßig überwacht wird und Anfragen in Echtzeit oder möglichst schnell beantwortet werden. Das schafft nicht nur eine gute Beziehung zu den Interessenten, sondern hebt das Unternehmen auch als attraktiven, modernen Arbeitgeber hervor.
Es ist genauso wichtig, bestehende Mitarbeitende zu halten und zu motivieren, wie neue Talente zu gewinnen. Schließlich ist die Mitarbeiterbindung eine Kunst, die oft zu wenig beachtet wird. Ein Schlüsselfaktor für eine starke Bindung ist, dass sich die Mitarbeitenden geschätzt und anerkannt fühlen. Eine der besten Möglichkeiten, dies zu tun, ist durch Wertschätzung – und Instagram eignet sich hervorragend dafür.
Mitarbeitende ins Rampenlicht stellen
Instagram bietet eine ideale Plattform, um nicht nur potenzielle Bewerber, sondern auch die aktuellen Mitarbeitenden des Unternehmens zu würdigen. Eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Methode sind „Danke“-Postings, die die Leistungen und Beiträge der Mitarbeitenden hervorheben. Diese Beiträge sollten dabei nicht nur als Werbung für das Unternehmen dienen, sondern echte Anerkennung für die Person hinter der Leistung bieten.
Wertschätzende Posts könnten beinhalten:
- Ein Dankeschön für den täglichen Einsatz: Eine Anerkennung dafür, dass die Arbeit der Mitarbeitenden gesehen wird.
- Persönliche Geschichten: Eine kurze Erzählung darüber, was die Mitarbeitenden zum Unternehmen beitragen, welche Herausforderungen sie gemeistert haben und warum ihre Rolle wichtig ist.
- Erklärung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten: Indem man die Aufgaben der Mitarbeitenden erklärt, zeigt man den Mehrwert ihrer Arbeit und verdeutlicht, wie wichtig ihre Position im Unternehmen ist.
Ein Danke für die Mitarbeitende
Dankeschön-Posts stärken nicht nur die Bindung der aktuellen Mitarbeitenden, sondern können auch potenzielle Bewerber positiv beeinflussen. Sie bekommen einen Einblick in ein Unternehmen, das nicht nur neue Talente anwerben möchte, sondern auch viel Wert auf langfristige Beziehungen und die Wertschätzung seiner bestehenden Mitarbeitenden legt. Das vermittelt das Bild eines Arbeitgebers, der Loyalität und Fürsorge pflegt – Eigenschaften, die für viele Bewerber besonders attraktiv sind.
Solche Posts sorgen für Authentizität und Vertrauen. Potenzielle Bewerber erkennen, dass das Unternehmen nicht nur auf kurzfristigen Erfolg, sondern auf eine nachhaltige, wertschätzende Unternehmenskultur setzt. Wer möchte nicht in einem Unternehmen arbeiten, das die Menschen hinter den Kulissen unterstützt und ihnen Anerkennung schenkt?
Dankeschön-Posts müssen nicht immer aufwendig sein. Schon eine einfache 2D-Grafik mit einem Foto der Mitarbeitenden und einer kurzen, klaren Botschaft kann viel bewirken. Es zeigt, dass das Unternehmen authentisch ist, seine Mitarbeitenden wertschätzt und sich aktiv für ein gutes Arbeitsumfeld einsetzt.
Steckbriefe für Mitarbeitende
Ein weiterer effektiver Ansatz ist es, Mitarbeitende in Form von Profilen oder Steckbriefen vorzustellen. Diese Postings geben potenziellen Bewerbern nicht nur einen Einblick in die Menschen hinter dem Unternehmen, sondern zeigen auch, welche spannenden und vielseitigen Rollen es zu bieten gibt. In einem Steckbrief kann man nicht nur berufliche Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten hervorheben, sondern auch persönliche Interessen und Erfahrungen der Mitarbeitenden einfließen lassen. Das macht das Unternehmen menschlicher und greifbarer. Potenzielle Bewerber können sich so besser vorstellen, wie es wäre, Teil des Teams zu sein, und bekommen ein echtes Gefühl für die Arbeitsatmosphäre und den Teamgeist. Diese Form der Vorstellung fördert nicht nur die Mitarbeiterbindung, sondern stärkt auch das Employer Branding, da sie die Vielfalt und Individualität innerhalb des Unternehmens unterstreicht.
Der Chef in Instagram
Und last but not least: Auch der Chef sollte auf Instagram nicht fehlen. Er kann in den Postings vorkommen oder sich ab und zu den Fragen der Mitarbeitenden oder der Community stellen. Dies verleiht dem Unternehmen ein Gesicht und zeigt, dass auch die Führungsebene nahbar und transparent ist. Wenn der Chef in Stories oder Posts authentische Einblicke in seine Rolle gibt, wie er das Unternehmen führt und welche Werte ihm wichtig sind, stärkt das die Unternehmensidentität und das Vertrauen der Follower.
Außerdem kann der Chef durch das Teilen persönlicher Geschichten oder das Eingehen auf Fragen einen persönlichen Bezug zur Zielgruppe herstellen. Ein Interview oder eine Q&A-Session mit dem Chef ist eine hervorragende Gelegenheit, um die Unternehmenskultur von oben nach unten zu zeigen und sich als agiler, moderner Arbeitgeber zu positionieren. Wenn der Chef sich offen und authentisch zeigt, wird er nicht nur als Führungskraft wahrgenommen, sondern auch als Teil des Teams, was das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt und das Employer Branding weiter fördert.
Was darf man als Arbeitgeber bei Instagram nicht machen?
Beim Einsatz von Instagram für das Recruiting gibt es, wie bereits erwähnt, einige Fehler, die vermieden werden sollten, um das gewünschte Ziel – eine starke Arbeitgebermarke und die Gewinnung von Fachkräften – zu erreichen. Hier sind sie noch Mal aufgezählt:
- Übermäßige Werbung und Job-Posts:
Ein häufiger Fehler ist es, den Account ausschließlich für Jobangebote zu nutzen. Dies kann schnell als störend empfunden werden, besonders wenn immer wieder dieselben Stellenanzeigen gepostet werden. Stattdessen sollte der Fokus auf abwechslungsreichen Inhalten liegen, die die Unternehmenskultur, die Werte und die Mitarbeitenden zeigen. Jobangebote können integriert werden, aber nicht in jeder Story oder jedem Post. - Unauthentische Inhalte:
Wenn Inhalte zu stark bearbeitet oder zu sehr auf Marketing ausgerichtet sind, können sie unauthentisch wirken. Potenzielle Bewerber möchten echte Einblicke in das Unternehmen bekommen. Überladene Grafiken, zu viele Logos oder zu starke Corporate-Design-Elemente können die Authentizität des Unternehmens in Frage stellen. Echte Menschen und echte Geschichten sollten im Vordergrund stehen. - Mangelnde Interaktion:
Instagram lebt von der Interaktivität. Wenn Fragen in den Kommentaren oder Direktnachrichten unbeantwortet bleiben oder wenn keine Reaktionen auf Interaktionen erfolgen, verliert das Unternehmen an Glaubwürdigkeit. Schnelle und persönliche Antworten auf Kommentare oder Fragen sind entscheidend, um Vertrauen und Interesse bei potenziellen Bewerbern zu schaffen. - Keine klare Zielgruppenansprache:
Die Inhalte sollten immer an die Zielgruppe angepasst sein. Wenn ein Unternehmen versucht, zu viele verschiedene Zielgruppen gleichzeitig anzusprechen, kann die Botschaft verwässert und ineffektiv werden. Es ist wichtig, die Inhalte auf die Wünsche und Bedürfnisse der gewünschten Bewerber abzustimmen. - Fokus auf „Nur-Job“-Inhalte und nicht auf Mitarbeitendenbindung:
Wie bereits erwähnt, sollte es nicht nur um die Akquise neuer Mitarbeiter gehen. Wenn das Unternehmen nur Stellenanzeigen teilt und nicht gleichzeitig die bestehenden Mitarbeitenden würdigt, kann dies den Eindruck erwecken, dass nur die Rekrutierung im Vordergrund steht und wenig Wert auf die langfristige Bindung und Wertschätzung der eigenen Belegschaft gelegt wird. - Nicht regelmäßige Aktivität:
Instagram ist eine Plattform, die kontinuierliche Aktivität erfordert. Es reicht nicht, einmal im Monat einen Post zu machen. Ein ständiges Engagement ist erforderlich, um sichtbar zu bleiben und ein starkes Netzwerk zu etablieren. Ein stagnierender Account kann den Eindruck erwecken, dass das Unternehmen wenig Interesse an seiner Online-Präsenz hat.
Hashtags: Ja oder nein?
Und nun kommen wir zu den Hashtags. Es gibt zwar die Meinung, dass sie mittlerweile weniger relevant sind, aber das ist nicht ganz eindeutig. Viele schwören immer noch auf Hashtags. In diesem Fall wären das Hashtags wie #jobs, #stellefrei oder auch ein regionaler Bezug, wie #JobinDüsseldorf oder #IngenieurJob. Man kann lange darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, die Postings mit Hashtags zu versehen, aber ein Blick auf die Statistiken hilft, das Ganze besser zu verstehen. Bei jedem Post kann man sogenannte Insights einsehen – also wie viele Follower und Nicht-Follower erreicht wurden. Bei Accounts mit mehr als 1000 Followern kann man in den Statistiken zu den einzelnen Postings auch die Hashtags sehen. Daneben erscheint eine Zahl, die angibt, wie viele Views der Post über Hashtags erreicht hat. Zwar werden diese nicht im Detail aufgeschlüsselt, aber es zeigt trotzdem, dass einige neue Menschen durch die Hashtags auf den Post gestoßen sind. Und das Beste daran: Diese Menschen sind nicht die eigenen Follower oder Mitarbeitenden, die vielleicht aus Höflichkeit einen „Like“ hinterlassen, sondern völlig neue Personen, die potenziell zu neuen Followern oder, noch besser, zu Bewerbenden werden könnten.
Früher konnte man den Hashtags auch folgen. Allerdings kündigte Instagram an, das Hashtag Following auf der Plattform ab Ende 2024 abzuschaffen, was die Bedeutung von Hashtags weiter verringern könnte. Dafür könnte es einen guten Grund geben.
Dieses Update könnte einige Nutzer verärgern, aber es könnte darauf zurückzuführen sein, dass viele Spammer Hashtags verwenden, um irrelevante Inhalte zu verbreiten. Zudem haben Hashtags an Bedeutung schon seit einiger Zeit verloren.
Ortsangaben bei Instagram
Nicht zu vergessen sind die Ortsangaben. Warum? Viele Menschen schauen gezielt, was in ihrer Region passiert und scrollen durch Beiträge, die mit einer bestimmten Ortsangabe versehen sind. Das ist besonders vorteilhaft für lokale Unternehmen, denn es bietet eine hervorragende Möglichkeit, Menschen in der Region zu erreichen, die entweder aktiv nach einem Job suchen oder zumindest mit dem Gedanken spielen, den Arbeitsplatz zu wechseln. Durch die geografische Ausrichtung können Unternehmen gezielt potenzielle Bewerber ansprechen, die in der Nähe wohnen oder regelmäßig in der Region unterwegs sind – und so ihre Reichweite auf lokale Talente ausdehnen.
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