Sonnenuhr 26.06.2023, 15:00 Uhr

Stonehenge der Niederlande: Was steckt hinter dem sensationellen Fund?

In der Nähe von Utrecht haben Archäologen eine historische religiöse Stätte entdeckt. Einer der gefundenen Grabhügel diente als Sonnenkalender.

Stonehenge

Schatz der Vergangenheit: Archäologen entdecken Stonehenge-ähnliches Heiligtum in Niederlanden. (Symbolbild)

Foto: PantherMedia / TheWalker

In der Gemeinde Tiel, etwa 50 Kilometer südöstlich von Utrecht, haben Archäologen auf einem Industriegelände eine religiöse Grabstätte entdeckt. Dieser bemerkenswerte Fund wird in den Medien bereits als das „Stonehenge der Niederlande“ bezeichnet. Allerdings war es aus Holz, was die Spurensuche erschwert hat, da das gesamte Holz mittlerweile verrottet ist.

Die Gemeinde Tiel ist positiv überrascht über die Aufmerksamkeit, die lokale, regionale, nationale und internationale Presse der Entdeckung eines 4.000 Jahre alten Heiligtums mit Sonnenkalender in Tiel-Medel gewidmet hat.

Stellenangebote im Bereich Bauwesen

Bauwesen Jobs
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Objektmanager (m/w/d) Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in / Architekt*in / Bauleiter*in (m/w/d) für Großprojekte der Bereiche Infrastruktur (Freileitung, Kabeltiefbau, Bahn) THOST Projektmanagement GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/in (m/w/d) als Referent/in für die Branche Elektrotechnische Industrie BG ETEM
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/in (m/w/d) als Referent/in für die Branche Elektrohandwerk BG ETEM
Stadt Neuss-Firmenlogo
Architekt*in / Bauingenieur*in Hochbau im Referat für Immobilienmanagement Stadt Neuss
Gewoba Nord Baugenossenschaft eG-Firmenlogo
Bau- und Projektleiter (m/w/d) Gewoba Nord Baugenossenschaft eG
Schleswig Zum Job 
Stadt Karlsruhe-Firmenlogo
Leiter*in Stadtplanungsamt Stadt Karlsruhe
Karlsruhe Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung-Firmenlogo
Ingenieurinnen/Ingenieure (w/m/d) für Versorgungstechnik bzw. Gebäudeautomation Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Stadtverwaltung Marl-Firmenlogo
Sachgebietsleitung für den Bereich Straßenbau (m/w/d) Stadtverwaltung Marl
Kempen Krause Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in Brandschutz (m/w/d) Kempen Krause Ingenieure GmbH
Stadt Norderstedt-Firmenlogo
Bauingenieur*in / Verkehrsplaner*in (w/m/d) als Fachbereichsleitung Tiefbau Stadt Norderstedt
Norderstedt Zum Job 
Kempen Krause Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur:in im Projektmanagement (m/w/d) Kempen Krause Ingenieure GmbH
Aachen, Düsseldorf, Köln Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall-Firmenlogo
Architekten (w/m/d) Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Niederstetten, Schwäbisch Hall Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) der Fachrichtungen Tief-/ und Straßenbau, Wasserwirtschaft, Baumanagement Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall, Tauberbischofsheim, Niederstetten Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) der Gebäude-/ Versorgungstechnik Staatliches Hochbauamt Schwäbisch Hall
Tauberbischofsheim, Niederstetten, Schwäbisch Hall Zum Job 
Stadt Celle-Firmenlogo
Meister (d/m/w) der Fachrichtung Heizung-Lüftung-Sanitär oder Bauhauptgewerbe Stadt Celle
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Betriebsmanager (gn) Netzbetrieb Entwässerung Stadtwerke Essen AG
3M Deutschland GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur Projektleitung (m/w/*) 3M Deutschland GmbH
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Tiefbau - Versorgungstechnik Druckleitungen (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg-Rothenburgsort Zum Job 
Württembergische Landesbibliothek-Firmenlogo
Master bzw. Dipl.-Ing. (w/m/d) für das technische Gebäudemanagement Württembergische Landesbibliothek
Stuttgart Zum Job 

Sonnenkalender und Opfergaben

Zum Gesamtensemble gehörten drei Erdgrabhügel, in denen Bestattungen stattfanden. Der größte Hügel hatte einen Durchmesser von 20 Metern und diente als eine Art Sonnenkalender. Um ihn herum verlief ein flacher Graben mit verschiedenen Durchgängen. An ausgewählten Tagen schien die Sonne direkt durch diese Durchgänge auf den Hügel. Besonders bedeutsam waren der 21. Juni, die Sommersonnenwende (längster Tag), und der 21. Dezember, die Wintersonnenwende (kürzester Tag). An den Stellen, an denen das Sonnenlicht direkt durch die Öffnungen fiel, wurden auch Opfergaben von den Archäologen entdeckt. Diese beinhalteten Tierknochen, menschliche Schädel und wertvolle Gegenstände wie eine bronzierte Speerspitze.

Kein Zugang für die Öffentlichkeit

Die Entdeckung hat bei den Bewohnern von Tiel und anderen Interessierten Reaktionen hervorgerufen. Eine der Fragen, die aufkam, ist, warum der Ort nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Leider sei es den Behörden zufolge nicht möglich.

Ilse Schuuring, städtische Archäologin, kommentierte: „Archäologen haben in den letzten 6 Jahren geforscht. Im Jahr 2017 und einem Teil von 2018 fanden Ausgrabungen auf dem Gelände des Gewerbegebiets Medel statt. Die Archäologen haben Spuren dokumentiert und Funde geborgen, alles fotografiert, gezeichnet, sorgfältig untersucht und durchgesiebt. Die Funde wurden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in die Depots überführt. Alles, was sich auf dem Gelände befand, ist verschwunden. Danach haben Archäologen Jahre damit verbracht, durch die Studie aller zusammengetragenen Daten das Heiligtum mit Sonnenkalender zu entdecken. Es handelt sich um eine fortschrittliche Forschung, an der Archäologen, andere Fachleute und Universitäten aus der ganzen Welt beteiligt waren.“

Die gegenwärtige Situation auf dem Gelände zeigt keine sichtbaren Überreste mehr. Früher befanden sich das Heiligtum und die zahlreichen Fundstücke unter einer dicken Erdschicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten auf der Welt wurde in Tiel sowohl mit Holz als auch mit Erde gebaut. Das Holz ist jedoch im Laufe der Zeit verfallen. Was die Archäologen entdeckt haben, sind lediglich Spuren im Boden, ähnlich Fußabdrücken. Die Rekonstruktion dessen, was einst existierte, ist beeindruckend.

„Wir überlegen jetzt, wie wir die Geschichte der Öffentlichkeit präsentieren können. Zum Beispiel durch eine Dokumentation oder weitere Abbildungen, wie die Menschen vor Tausenden von Jahren gelebt haben. Einige Funde werden ins Flipje und Streekmuseum in Tiel und ins Rijksmuseum van Oudheden in Leiden gehen“, sagte Stadtrat Frank Groen.

Glasperle enthüllt frühzeitlichen Handel in den Niederlanden

Im ältesten Abschnitt des Gräberfeldes wurde eine Glasperle entdeckt, die als älteste gilt, die je in den Niederlanden gefunden wurde.
Was die Perle besonders faszinierend macht, ist ihre Herkunft aus Mesopotamien, das zum Teil im heutigen Irak lag. Dies deutet darauf hin, dass die Bewohner dieser Region bereits vor 4000 Jahren Kontakt zu Menschen hatten, die fast 5000 Kilometer entfernt lebten.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.