Mathematische Berechnungen 10.03.2020, 07:00 Uhr

Drohnen können mit Schallwellen Wände orten – theoretisch

Ein internationales Forscherteam hat einen Algorithmus entwickelt, der Drohnen bei der Orientierung helfen soll. Statt Kameras tragen Schallwellen dazu bei, die Lage von Wänden in einem Raum zu orten, beziehungsweise sie zu berechnen.

Drohne im Raum

Mathematiker haben bewiesen, dass Drohnen sich mit Schall im Raum orientieren könnten.

Foto: panthermedia.net/radu.cadar.gmail.com

Die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen steigen. Sie können Aufklärungsflüge in gefährlichem Terrain übernehmen, Güter transportieren oder dazu beitragen, eine Fabrik auszumessen, indem sie Räume und darin befindliche Gegenstände aus der Luft detektieren. Für die Orientierung der Drohnen gibt es aktuell hauptsächlich zwei Möglichkeiten: Ein Drohnenführer lenkt das Fluggerät über Sichtkontakt. Der Mensch übernimmt also die Orientierung über seine Augen. Ist diese Möglichkeit nicht gegeben, kommt aufwendige Technik ins Spiel. Unter anderem Kameras, Laserscanner und GPS-Peilung helfen dabei, die Lage der Drohne zu bestimmen. Gerade in Innenräumen könnte eine weitere Methode hinzukommen: Forscher an der Technischen Universität München (TUM) wollen gemeinsam mit amerikanischen Kollegen Schallwellen einsetzen, damit eine Drohne die Lage von Wänden und weiteren ebenen Flächen im Raum genau erfassen kann.

Mikros können direkt auf der Drohne platziert werden

Schallwellen zu nutzen, um Flächen zu orten, ist ein nahe liegender Gedanke. Technisch ist das unproblematisch. Doch für eine genaue Bestimmung der Flächen muss die Drohne die Echos der jeweils richtigen Wand zuordnen können – und daraus die genaue Lage berechnen. Es handelt sich also eher um ein mathematisches Problem. Und genau das lässt sich lösen, sagen Gregor Kemper, Professor an der TUM, und Mireille Boutin, die an der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana lehrt. Zumindest mathematisch haben sie das bereits bewiesen.

Als Grundszenario haben die Wissenschaftler einen herkömmlichen Raum gewählt: flache Wände, Zimmerdecke und Fußboden. Dabei müsse die Form nicht zwingend rechteckig sei, auch eine Neigung der Wände sei unproblematisch. In früheren Arbeiten sah es so aus, dass vier Mikrofone im Raum verteilt wurden, die in Kombination mit einem Lautsprecher dazu dienten, die Wände zu lokalisieren. Wichtig war dabei eine mathematische Besonderheit: Die Mikros mussten unabhängig voneinander in zufällige Positionen im Raum gebracht werden, damit das System aus mathematischer Sicht funktionierte. Abgesehen von dem damit verbundenen Aufwand, den die meisten Anwender sicherlich scheuen würden, ließe sich diese Methode praktisch auch gar nicht immer umsetzen. Kemper und Boutin wollten daher herausfinden, ob ein klassisches Szenario funktionieren kann – sie platzierten die Technik vollständig auf dem Dach der Drohne.

Algorithmus ordnet Echos den Wänden zu

Mit einem Lautsprecher und vier Mikrofonen im Gepäck flog die Drohne los – allerdings nur auf dem Papier. Denn für die Mathematiker ging es zunächst darum, ihren Ansatz theoretisch zu beweisen. Diese Versuchsanordnung mit dicht beieinanderstehenden Mikrofonen brachte ein Problem mit sich: „Jedes Mikrofon nimmt sehr viele Echos auf. Wir müssen genau zuordnen können, welche Echos von welcher Wand stammen“, erklärt Kemper. Die Laufzeit, also die Zeitdifferenz von der Aussendung des Schallimpulses bis zum Empfangen des Echos, ist dank der Mikrofone im Prinzip gut messbar. Wesentlich ist dabei, dass alle Laufzeiten, die zu einer einzigen Wand gehören, in einer ganz bestimmten mathematischen Beziehung zueinander stehen. Genau darauf setzten die Forscher: Sie entwickelten einen Algorithmus, der diese Beziehung berücksichtigt und deswegen in der Lage ist, die einzelnen Echos der richtigen Wand zuzuordnen.

Stellenangebote im Bereich Automatisierungstechnik

Automatisierungstechnik Jobs
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Energietechnik - Umspannwerke/Hochspannungsfreileitung - Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Nash - Zweigniederlassung der Gardner Denver Deutschland GmbH-Firmenlogo
Teamleiter Development Engineering / Entwicklungsingenieur (m/w/d) Nash - Zweigniederlassung der Gardner Denver Deutschland GmbH
Nürnberg, Homeoffice möglich Zum Job 
Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter*in Elektrotechnik Verkehrsanlagen (m/w/d) Elektroingenieur*in oder Techniker*in Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH
Karlsruhe Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Nordbayern-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik / Bauingenieur (w/m/d) Ladeinfrastruktur Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Nordbayern
Nürnberg Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
bayernweit Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Nord-Micro GmbH & Co. OHGa part of Collins Aerospace-Firmenlogo
Projekt- / Produktingenieur (m/w/d) Nord-Micro GmbH & Co. OHGa part of Collins Aerospace
Frankfurt am Main Zum Job 
B.Braun Melsungen AG-Firmenlogo
Verpackungsentwicklungsingenieur (w/m/d) Pharma B.Braun Melsungen AG
Melsungen Zum Job 
Fresenius Kabi-Firmenlogo
Instandhalter (m/w/d) Prozesstechnik - API Herstellung Fischöl Fresenius Kabi
Friedberg (Hessen) Zum Job 
B. Braun Melsungen AG-Firmenlogo
Project Manager (w/m/d) Pre-Development B. Braun Melsungen AG
Melsungen Zum Job 
B. Braun Melsungen AG-Firmenlogo
R&D Manager (w/m/d) für die Entwicklung von medizinischen Kunststoffeinmalartikeln B. Braun Melsungen AG
Melsungen Zum Job 
Max Dörr GmbH Förderanlagen-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) Max Dörr GmbH Förderanlagen
Gemmingen Zum Job 
Hamburger Stadtentwässerung AöR ein Unternehmen von HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik als Projektleiter Hamburger Stadtentwässerung AöR ein Unternehmen von HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsjurist*in / Ingenieur*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Projektender Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stuttgart, Mannheim Zum Job 
RES Deutschland GmbH-Firmenlogo
Head of Engineering / Leitung technische Planung Wind- & Solarparks (m/w/d) RES Deutschland GmbH
Vörstetten Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) PMO Business Transformation MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
Funke Wärmeaustauscher Apparatebau GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur (m/w/d) Funke Wärmeaustauscher Apparatebau GmbH
Gronau (Leine) Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
KÜBLER GmbH-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur / Fachplaner / TGA (m/w/d) Heizungstechnik und Elektro KÜBLER GmbH
Ludwigshafen Zum Job 
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel-Firmenlogo
Ingenieur*in der Fachrichtung Versorgungstechnik / Maschinenbau oder Elektrotechnik Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Anschließend war es leicht, die Positionen und Neigungen der einzelnen Wände zu berechnen. Die geometrischen Verfahren, die dabei verwendet werden, ähneln der Standortbestimmung, die für GPS verwendet wird.

Kein erhöhtes Risiko für Geisterwände

Ganz fehlerfrei sind solche Berechnungen allerdings selten. Denn es ist möglich, dass die Echos zufällig die mathematische Beziehung zueinander erfüllen, obwohl sie zu unterschiedlichen Wänden gehören. Dann werden, vereinfacht gesagt, sogenannte Geisterwände berechnet. Diese Problematik besteht allerdings auch, wenn die Mikrofone frei im Raum verteilt sind. „An sich wäre zu erwarten, dass die Wahrscheinlichkeit von Geisterwänden bei der Befestigung der Mikrofone auf einer Drohne höher ist“, erklärt Kemper. „Denn im Gegensatz zu den frei im Raum angebrachten Mikrofonen haben sie aufgrund der starren Anbringung auf der Drohne einen geringeren Bewegungsfreiraum. Statt zwölf besitzen sie nur sechs Freiheitsgrade.“ Die wichtigste Aussage dieser wissenschaftlichen Arbeit lautet daher, dass die Bewegungsfreiheit der Drohne ausreicht, um sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in eine Position zu bringen, bei der keine Geisterwände entstehen. Die einzige Bedingung: Die Mikrofone müssen auf unterschiedlichen Ebenen auf der Drohne angebracht sein.

Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler, ebenfalls auf mathematischen Weg, Messfehler eindämmen und parallel prüfen, wie sich Lautsprecher und Mikrofone auf einem bodengebundenen Fahrzeug am besten anbringen ließen.

Weitere News zum Thema Drohnen:

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.