Zunehmende Umweltbelastung 15.08.2024, 12:30 Uhr

Neukauf statt Reparatur: Nur ein Drittel lässt Smartphone reparieren

Nur ein Drittel der Deutschen lässt ein defektes Smartphone reparieren. Hohe Kosten und Unsicherheiten treiben viele zum Neukauf – mit negativen Folgen für die Umwelt.

Smartphone reparieren

Zwei Drittel aller Deutschen lassen ein defektes Smartphone nicht reparieren, sondern bevorzugen einen Neukauf.

Foto: PantherMedia / kalinovsky

In den letzten Jahren ist das Smartphone zu einem unverzichtbaren Begleiter im Alltag geworden. Doch was passiert, wenn das teure Gerät den Geist aufgibt? Laut einer aktuellen Umfrage des TÜV-Verbands zieht es nur ein Drittel der Deutschen in Betracht, ihr defektes Smartphone reparieren zu lassen. Der Rest entscheidet sich oft aus Kostengründen für einen Neukauf. Doch dieser Trend hat weitreichende Folgen für Umwelt und Ressourcen.

Reparatur wird selten in Erwägung gezogen

Die Umfrage zeigt, dass gut ein Drittel der deutschen Bevölkerung in den letzten fünf Jahren Probleme mit einem defekten Smartphone hatte. Doch nur 32% dieser Betroffenen ließen das Gerät tatsächlich reparieren. Die Gründe dafür sind vielfältig: 31% derjenigen, die keine Reparatur in Erwägung gezogen haben, glaubten, dass das Gerät irreparabel sei. Ein weiterer wesentlicher Faktor sind die hohen Kosten: 30% entschieden sich gegen eine Reparatur, weil diese zu teuer erschien. Besonders auffällig ist, dass 7% der Befragten gar nicht erst daran dachten, ihr Smartphone zu reparieren.

„Obwohl eine Reparatur die nachhaltigere Option wäre, ziehen die meisten Verbraucher einen Neukauf vor“, sagt Juliane Petrich, Expertin für Politik und Nachhaltigkeit beim TÜV-Verband. Sie verweist auf die Unsicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher hinsichtlich der Reparaturkosten, der Verfügbarkeit von Reparaturdiensten und der allgemeinen Reparierbarkeit der Geräte. Diese Unsicherheiten führen dazu, dass der Weg zur neuen Technik oft als der einfachere empfunden wird.

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Der Reparaturmarkt bleibt undurchsichtig

Ein weiteres Problem ist die geringe Transparenz im Reparaturmarkt. Laut der Umfrage haben lediglich 15% derjenigen mit einem defekten Smartphone ihr Gerät in einem Fachgeschäft reparieren lassen. Nur 10% wandten sich an den Hersteller oder eine von ihm autorisierte Werkstatt. Interessanterweise versuchten sich 7% selbst an der Reparatur. Diese Zahlen verdeutlichen, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht genau wissen, wo und wie sie eine Reparatur durchführen lassen können.

Petrich betont: „Es wäre wünschenswert, wenn nicht nur autorisierte Werkstätten, sondern auch unabhängige Anbieter Reparaturen durchführen könnten. Dies würde das Angebot erweitern und den Wettbewerb ankurbeln.“ Unabhängige Zertifizierungen könnten hier als Orientierungshilfe dienen und den Verbrauchern mehr Sicherheit bei der Wahl des Reparaturanbieters bieten.

Umweltbelastung durch häufigen Smartphone-Wechsel

Der häufige Austausch von Smartphones hat nicht nur finanzielle, sondern auch ökologische Auswirkungen. Laut der Umfrage wechseln 16% der Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Gerät bereits nach zwei Jahren, obwohl es in vielen Fällen noch funktionstüchtig ist. 35% tauschen ihr Smartphone nach drei bis vier Jahren aus. Zwar gibt es auch eine Gruppe von 24%, die das Smartphone fünf Jahre oder länger nutzt, doch die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher wechselt ihre Geräte deutlich häufiger.

„Der schnelle Wechsel der Geräte belastet die Umwelt erheblich“, erklärt Petrich. „Bei der Herstellung von Smartphones werden hohe Mengen an Energie und seltenen Rohstoffen benötigt, die größtenteils nicht erneuerbar sind.“ Besonders die jüngere Generation neigt dazu, ihre Smartphones öfter auszutauschen, während ältere Verbraucher ihre Geräte länger nutzen.

EU setzt auf Reparierbarkeit und Langlebigkeit

Mit der neuen Ökodesign-Verordnung für Smartphones plant die EU, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Ab 2025 sollen strengere Anforderungen an die Reparierbarkeit, den Energieverbrauch und die Langlebigkeit von Smartphones in Kraft treten. Hersteller werden verpflichtet, ihre Produkte so zu gestalten, dass wichtige Komponenten leicht ausgetauscht werden können. Außerdem müssen sie Reparaturanleitungen und Software-Updates über einen längeren Zeitraum bereitstellen.

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Lebensdauer der Geräte zu verlängern und die Umweltbelastung zu reduzieren. Eine effektive Umsetzung der Verordnung wird entscheidend sein, um Europa zu einem Vorreiter für ressourcenschonende Technologien und Geschäftsmodelle zu machen. Ein mögliches Prüfzeichen, das die Reparierbarkeit eines Produkts bestätigt, könnte den Verbrauchern bei der Kaufentscheidung zusätzlich helfen.

Methodik-Hinweis: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative bundesweite Befragung des Marktforschungsunternehmens Ipsos GmbH im Auftrag des TÜV-Verbands. Für die Studie wurden 1.000 Personen ab 16 Jahren im August 2023 befragt.

Gebrauchthandy statt Neukauf?

Der Kauf eines gebrauchten Smartphones wird für viele zur attraktiven Alternative zum Neugerät. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts IDC zeigt: 43% der Europäer haben bereits ein Gebrauchthandy erworben, und über die Hälfte plant, dies in Zukunft zu tun. Die größten Vorteile? Niedrigere Kosten und die Möglichkeit, High-End-Modelle zu erschwinglichen Preisen zu erwerben. Für 67% der Käufer sind die geringeren Kosten ausschlaggebend, während 31% auf diese Weise Zugang zu Premium-Smartphones erhalten.

Doch auch der Umweltaspekt spielt eine entscheidende Rolle. Fast 39% der Befragten entscheiden sich aus ökologischen Gründen für ein Second-Hand-Gerät. Ein Gebrauchthandy spart nicht nur rund 50 kg CO2, sondern vermeidet auch den Abbau von 164 kg Rohstoffen – pro Gerät. Das geht aus einer Meldung von Vodafone und dem Aufbereiter Recommerce hervor. In Ländern wie Spanien und Rumänien zeigt sich ein klarer Trend zum Gebrauchtkauf. In Frankreich sind bereits 15% des Marktes von gebrauchten Smartphones dominiert.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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