Nachhaltiges Arbeiten mit Vorbildfunktion 30.03.2023, 07:00 Uhr

Endlich: Das erste grüne Labor an der TU Berlin

Wie funktioniert Nachhaltigkeit in der Wissenschaft, wo der Energiebedarf oft groß ist? Ein Team an der Technischen Universität Berlin macht es vor – mit einer Zertifizierung als „My Green Lab“. Die Auszeichnung hat eine gemeinnützige Organisation aus den USA verliehen. Die Maßnahmen in Richtung Klimaneutralität haben Vorbildcharakter.

Brainstorming

Ideen sammeln: Das ist der erste wichtige Schritt in Richtung grünes Labor.

Foto: panthermedia.net/Peopleimages

Wer nachhaltiger arbeiten will, sollte sich die aktuellen Prozesse genauer anschauen. Denn oftmals lassen sich erste Veränderungen für mehr Effizienz schon mit relativ einfachen Mitteln umsetzen. Das ist eine der Lehren, die sich aus der Umstellung auf grüne Labore ziehen lassen. Die TU Berlin macht es vor.

Race to Zero: Grüne Labore gehören dazu

Klimaneutralität ist die wohl größte Herausforderung, der die globale Gesellschaft gegenübersteht. Jeder muss seinen Anteil leisten, wobei der Anspruch an die Wissenschaft besonders hoch ist. Forschende können hier ihrer Rolle als Vordenker und -denkerinnen gerecht werden. Viele Initiativen laufen bereits. Unabhängig bewertet werden sie zum Beispiel von My Green Lab. Die gemeinnützige Organisation wurde von den Vereinten Nationen im Rahmen der Kampagne „Race to Zero“ als ein wichtiger Akteur benannt, um medizinisch-pharmazeutische Firmen und Forschungslabore auf dem Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen. In Berlin sind drei Labore von My Green Lab zertifiziert worden, drei weitere befinden sich im Zertifizierungsprozess. Was haben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verändert?

Seltene Erden: Weltraummaterial aus dem Labor als Lösung für Ressourcenprobleme?

Ein Blick auf das Fachgebiet Angewandte Biochemie unter der Leitung von Jens Kurreck: Schon bei der ersten Bestandsaufnahme hat sein Labor den sogenannten Bronzestatus erreicht. Ein guter Anfang, aber nicht mehr. Die Experten und Expertinnen von My Green Lab haben daraufhin an alle Mitarbeitenden des Labors Online-Fragebögen verteilt, die anonym ausgewertet wurden. Ziel war es, Schwachstellen zu identifizieren und daraus Vorschläge für mehr Nachhaltigkeit abzuleiten. Die gab es tatsächlich reichlich.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Energietechnik - Umspannwerke/Hochspannungsfreileitung - Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Spezialistin oder Spezialist Faunistik (w/m/d) für den Bereich Brückenersatzneubau Die Autobahn GmbH des Bundes
Hannover Zum Job 
Energie und Wasser Potsdam GmbH-Firmenlogo
Energy-Analyst (m/w/d) Energie und Wasser Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH über Jacobi consulting GmbH-Firmenlogo
Leiter Netzbetrieb Gas (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH über Jacobi consulting GmbH
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
bayernweit Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Fachkraft für Nah- und Fernwärme-Hausanschlüsse (m/w/d) Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG
Esslingen am Neckar Zum Job 
Landeshauptstadt Düsseldorf-Firmenlogo
Leitung des städtischen Krematoriums für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Landeshauptstadt Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsjurist*in / Ingenieur*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Projektender Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stuttgart, Mannheim Zum Job 
RES Deutschland GmbH-Firmenlogo
Head of Engineering / Leitung technische Planung Wind- & Solarparks (m/w/d) RES Deutschland GmbH
Vörstetten Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
KÜBLER GmbH-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur / Fachplaner / TGA (m/w/d) Heizungstechnik und Elektro KÜBLER GmbH
Ludwigshafen Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Vertragsmanager*in Großprojekte Mobilität (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) (Ingenieur für Elektrotechnik, Energie- oder Versorgungstechnik o. ä.) fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH
Stuttgart Zum Job 
Veltum GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur:in für Versorgungstechnik Heizung, Lüftung, Sanitär Veltum GmbH
Waldeck Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/Techniker/Meister (m/w/d) Elektrische Energietechnik Netzausbau Strom Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Energietechnik THOST Projektmanagement GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
ESWE Versorgungs AG-Firmenlogo
Asset Management & Transformationsplanung Fernwärmeversorgung (m/w/d) ESWE Versorgungs AG
Wiesbaden Zum Job 
naturenergie hochrhein AG-Firmenlogo
Projektentwickler kommunale Energielösungen (m/w/d) naturenergie hochrhein AG
Rheinfelden (Baden) Zum Job 
Stadtwerke Augsburg Energie GmbH-Firmenlogo
TGA-Planer*in / Ingenieur*in / Techniker*in (m/w/d) technische Gebäudeausrüstung Stadtwerke Augsburg Energie GmbH
Augsburg Zum Job 

Gefrierschränke aufräumen und Strom sparen

Große Energiefresser in den Laboren sind zum Beispiel die Kühl- und Gefrierschränke. Zwei dieser Geräte sind sogenannte Ultratiefkühler, die Viren und andere Organismen bei minus 80 Grad Celsius konservieren. Sie verbrauchten stolze 25% des gesamten Stroms der Abteilung. Dass ihr Anteil so groß war, wussten die Forschenden zuvor nicht. Eine Verbrauchsmessung sämtlicher Elektrogeräte brachte dieses erstaunliche Ergebnis zutage.

Mit zwei einfachen Maßnahmen gelang es den Beteiligten, den Stromverbrauch erheblich zu reduzieren – ganz ohne Investitionen. Als Erstes sortierten sie die Proben. Denn ein Teil davon war nicht ganz so empfindlich. Die wurden in einem der Schränke gesammelt, dessen Temperatur daraufhin ein wenig heraufgeregelt werden konnte. Da der Verbrauch bei diesen Schränken ab einer gewissen Temperaturgrenze exponentiell ansteigt, machte sich das deutlich bemerkbar.

„Die zweite Einsparmöglichkeit sollte in einem idealen Labor eigentlich gar nicht möglich sein“, sagt Kurreck – das Team hat aufgeräumt. „Wenn Sie bei offener Tür minutenlang Proben suchen, geht viel Wärme auf den Inhalt über.“ Das Fachgebiet hat sich daher ein Klassifizierungs- und Ordnungssystem ausgedacht, um Proben besonders schnell zu finden. Bei My Green Lab ist aus dieser Erkenntnis übrigens die „Freezer Challenge“ entstanden, bei der grüne Labore um den am besten optimierten Tiefkühlschrank wetteifern.

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz: Soziale Nachhaltigkeit per Gesetz?



Viele einfache Maßnahmen führen zum grünen Labor

Fündig geworden ist die Nachhaltigkeitsgruppe, die Kurreck gegründet hat, auch bei den sogenannten Autoklaven. Dabei handelt es sich um große, waschmaschinenartige Geräte, die bei 134 Grad Celsius und zwei Bar Überdruck biologischen Abfall reinigen, damit er anschließend normal entsorgt werden kann. Praktisch warfen die Mitarbeitenden den Abfall in die Geräte und stellten sie direkt an. Diese Zeiten sind vorbei. Der Startknopf wird nur noch gedrückt, wenn die Maschine voll ist – sie läuft nur noch halb so oft.

Weiter geht’s mit den sterilen Werkbänken, von denen auf dem gesamten Campusgelände fast 50 Stück stehen. Sie werden mit einem kontinuierlichen Luftstrom versorgt, der sich wie eine unsichtbare Wand vor der eigentlichen Arbeitsfläche aufbaut und undurchlässig für Keime ist. „Schaltet man die Werkbank bei Nichtbenutzung in den Standby-Modus, verbraucht sie nur ein Zehntel des Stroms. Bei mehrstündigen Unterbrechungen kann man sie auch ganz ausschalten“, sagt Kurreck.

TU Berlin will mit nachhaltigen Laboren Vorbild für andere Hochschulen sein

Kurreck betont, dass viele Ansätze aus dem Team gekommen seien. Man müsse nur mal gemeinsam brainstormen – und unkomplizierte Messungen anstellen. My Green Lab habe mit weiteren Tipps unterstützt, etwa Verbrauchsmaterial gesammelt zu bestellen, um Verpackung und Transportenergie zu reduzieren. Kurreck hofft, dass andere Hochschulen sich ein Beispiel nehmen und die Zertifizierung zum grünen Labor anstreben. Denn profitieren würde nicht nur die Umwelt: „Auch wenn sich das nicht auf den eigenen Etat auswirkt, hat man letztlich doch etwas davon. Denn wenn die Uni Geld spart, sichert das unsere Grundfinanzierung.“

Mehr lesen über den Weg zur Klimaneutralität:

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.