Kraft-Wärme-Kopplung 28.01.2011, 19:51 Uhr

Das Kraftwerk im Keller ist nicht größer als eine Spülmaschine

Die Brennstoffzelle für den Heizungskeller haben schon viele angekündigt. Das australisch-deutsche Unternehmen Ceramic Fuel Cells Limited macht ernst: Es hat SOFC-Generatoren entwickelt, die in Verbindung mit Brennwerttechnik klimaverträglich heizen sollen

„Kommen Sie zum Vorstellungsgespräch?“ Wer die Frau an der Pforte des Industrieparks Oberbruch in diesen Tagen nach der Ceramic Fuel Cells Limited fragt, hat meist Referenzen, Lebenslauf und Arbeitszeugnisse in der Tasche: CFCL sucht neue Mitarbeiter und die Bewerber geben sich die Klinke in die Hand.

Die kleine Firma hat Großes vor. Ab 2011 sollen hier in Heinsberg jährlich rund 100 Mikrokraftwerke mit einer Leistung bis zu 2 kW hergestellt und montiert werden. Die Anlagen erzeugen Energie mit einer Festoxidkeramik-Brennstoffzelle (SOFC), sind nicht größer als eine Spülmaschine und haben – nach Unternehmensangaben – weltweit die höchsten elektrischen Wirkungsgrade.

Das Besondere: Gekoppelt mit Gas-Brennwerttechnik bilden sie Kombigeräte, die für Ein- und Mehrfamilienhäuser umwelt- und klimaverträglich Strom und Wärme liefern.

Die Idee eines Systems, das Wasserstoff und Sauerstoff emissionsfrei in Wärme und Strom verwandelt, hat in der Vergangenheit schon viele begeistert. Bei der Festoxidkeramik-Brennstoffzelle (SOFC) findet die chemische Reaktion bei 700 oC bis 800 oC an Elektroden aus keramischen Werkstoffen statt, die für Ionen und Elektronen leitfähig sind. Allerdings: An der Umsetzung langlebiger, zuverlässiger und effizienter Brennstoffzellen für den Heizungskeller sind bisher die meisten gescheitert. „Zur Brennstoffzelle wurde in der Vergangenheit schon viel versprochen, aber wenig eingelöst“, weiß auch CFCL-Gründer Karl Föger.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Energietechnik - Umspannwerke/Hochspannungsfreileitung - Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Spezialistin oder Spezialist Faunistik (w/m/d) für den Bereich Brückenersatzneubau Die Autobahn GmbH des Bundes
Hannover Zum Job 
Energie und Wasser Potsdam GmbH-Firmenlogo
Energy-Analyst (m/w/d) Energie und Wasser Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH über Jacobi consulting GmbH-Firmenlogo
Leiter Netzbetrieb Gas (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH über Jacobi consulting GmbH
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
bayernweit Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Fachkraft für Nah- und Fernwärme-Hausanschlüsse (m/w/d) Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG
Esslingen am Neckar Zum Job 
Landeshauptstadt Düsseldorf-Firmenlogo
Leitung des städtischen Krematoriums für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Landeshauptstadt Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsjurist*in / Ingenieur*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Projektender Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stuttgart, Mannheim Zum Job 
RES Deutschland GmbH-Firmenlogo
Head of Engineering / Leitung technische Planung Wind- & Solarparks (m/w/d) RES Deutschland GmbH
Vörstetten Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
KÜBLER GmbH-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur / Fachplaner / TGA (m/w/d) Heizungstechnik und Elektro KÜBLER GmbH
Ludwigshafen Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Vertragsmanager*in Großprojekte Mobilität (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) (Ingenieur für Elektrotechnik, Energie- oder Versorgungstechnik o. ä.) fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH
Stuttgart Zum Job 
Veltum GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur:in für Versorgungstechnik Heizung, Lüftung, Sanitär Veltum GmbH
Waldeck Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/Techniker/Meister (m/w/d) Elektrische Energietechnik Netzausbau Strom Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Energietechnik THOST Projektmanagement GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
ESWE Versorgungs AG-Firmenlogo
Asset Management & Transformationsplanung Fernwärmeversorgung (m/w/d) ESWE Versorgungs AG
Wiesbaden Zum Job 
naturenergie hochrhein AG-Firmenlogo
Projektentwickler kommunale Energielösungen (m/w/d) naturenergie hochrhein AG
Rheinfelden (Baden) Zum Job 
Stadtwerke Augsburg Energie GmbH-Firmenlogo
TGA-Planer*in / Ingenieur*in / Techniker*in (m/w/d) technische Gebäudeausrüstung Stadtwerke Augsburg Energie GmbH
Augsburg Zum Job 

Der geborene Österreicher und promovierte Chemiker will es besser machen. Er setzte von Anfang an auf eigene Forschung und Entwicklung.

„Damit Brennstoffzellen verlässliche und hocheffiziente Systeme werden, kommt es auf die Schnittstellen an“, sagt Karl Föger. Er meint die Schnittstellen zwischen Brennstoffaufbereitung und Zelle, zwischen Zelle und Gasführung, zwischen Steuersystem und Strommanagement. Denn diese Schnittstellen sind gleichzeitig immer auch Schwachstellen: Wenn Brennstoffzellen in der Praxis nicht richtig oder nicht lange genug funktionieren, liegt das oft am schlechten Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. „Wir haben uns mit allen Stellschrauben beschäftigt, an denen sich Brennstoffzellen optimieren lassen“, resümiert Föger.

Das Ergebnis sind kompakte Anlagen, die Wasserstoff und Sauerstoff bei 750 oC zu 85 % in Strom und Wärme umsetzen. Dabei hat das Mikrokraftwerk einen elektrischen Netto-Wirkungsgrad von rund 60 % – beide Werte sind Weltspitze, so Föger.

Wesentlich für den Wirkungsgrad ist die Reformierung, der chemische Prozess, bei dem aus Methan der Brennstoff Wasserstoff abgespalten wird. Normalerweise ist die Reformierung eine endotherme Reaktion, die die Energiebilanz des Gesamtsystems verschlechtert. CFCL nutzt dagegen einen Pre-Reformer, der zunächst Propan und Ethan im Erdgas in Methan umwandelt. Die eigentliche Reformierung findet dann innerhalb der Brennstoffzelle direkt an den Nickel-Anoden statt, wo ein Teil der entstehenden Energie aus der elektrochemischen Umwandlung die Reformierung speist.

Die Zellen selbst sind nur 0,3 mm dünn, bestehen aus sieben Schichten: Substrat, Katalysator, Anode, Elektrolysemembran, Kathode und zwei äußeren Kontaktschichten. Eine wichtige Rolle für hohe Umsetzungsraten spielt der Nickelkatalysator, der Teil der Anode ist und in mehrjähriger Arbeit optimiert wurde. Mehr verrät Föger nicht. „Das Zusammenspiel von Oberfläche und Struktur der Kristallite spielt die Schlüsselrolle“, sagt er nur.

Derzeit läuft in der 4500 m2 großen Produktionshalle in Heinsberg alles noch im ersten Gang: Drei Roboter produzieren pro Woche zwei bis drei der etwa 25 cm hohen Brennstoffzellen-Stapel (Stacks), die in Sinteröfen bei 800 oC aktiviert werden.

Die Anlagen, die die Heinsberger produzieren, sind keine Heizungen im klassischen Sinn. „Eigentlich bauen wir Generatoren mit geringer Wärmeabgabe“, betont Frank Obernitz, Geschäftsführer der Heinsberger CFC GmbH. Ideal sind die Geräte beispielsweise für Energieversorger und kommunale Stadtwerke, die ihre dezentrale und emissionsarme Stromerzeugung ausbauen wollen.

Föger und Obernitz wollen für ihre Brennstoffzelle vor allem aber ein Marktsegment öffnen, das es so noch gar nicht gibt: den Beistellmarkt. Jährlich modernisieren schätzungsweise rund 450 000 Hauseigentümer ihre Gasheizung. Würde man einen modernen Gasbrennwertkessel mit einem Brennstoffzellengenerator koppeln, hätte man eine moderne und vor allem emissionsarme Energieversorgung im Haus. Denn die SOFC-Brennstoffzelle allein kann nur den Wärmebedarf von Passiv- und Niedrigenergiehäusern decken oder 200 l Brauchwasser pro Tag erwärmen. Für die Heizung in herkömmlichen Ein- und Mehrfamilienhäuser dagegen reicht die entstehende Abwärme nicht aus.

Und die Kosten für eine Brennstoffzellenheizung? Da schweigt sich Obernitz aus. „Über die hohen Kosten der ersten Feldtestgeräte redet niemand gerne“, sagt er. Der Preis für den Generator soll unter 10 000 € liegen. CHRISTA FRIEDL

Ein Beitrag von:

  • Christa Friedl

    Redakteurin VDI nachrichten. Fachgebiet: Umweltpolitik, Umwelttechnologien.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.