Bioenergie 16.07.2010, 19:48 Uhr

Teure Technik: Biomethan ins Gasnetz

Aus Biomasse gewonnenes Biogas kann zu Biomethan aufbereitet werden und fossiles Erdgas ersetzen. Mit kleineren Anlagen jedoch kann nur ein geringer Beitrag zum Ausbau der Gaseinspeisung geleistet werden kann, so eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts „Umsicht“ in Oberhausen.

Die Bundesregierung will im Jahr 2020 6 Mrd. m3 Biogas in das Erdgasnetz einspeisen lassen. Bei einer Einspeiseleistung von 700 m3 in der Stunde müssten daher 1000 große Bioerdgasanlagen gebaut werden, bei einer Leistung von 350 m3 je Stunde wären es entsprechend doppelt so viele mittelgroße Anlagen.

Der Plan der Bundesregierung kostet. Für den Anschluss an das innerdeutsche Gastransportnetz bewegen sich diese Kosten im Bereich von 254 €/kW Gasdurchsatz bei einer Anlagengröße von 700 m3 Biogaserzeugung je Stunde. 1100 €/kW sind es bei kleineren Anlagen mit 125 m3 je Stunde. Das ergibt die Studie „Auswirkungen der Biogaseinspeisung in das Erdgasnetz auf den Netzbetrieb und Endverbraucher“ des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) in Oberhausen. Sie setzt sich mit den technischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Biogaseinspeisung auf den Erdgasnetzbetrieb auseinander.

Wichtiges Ergebnis: Mit kleineren Biogas-Einspeiseanlagen kann nur ein geringer Beitrag zum Ausbau der Gaseinspeisung geleistet werden, weil diese vergleichsweise höhere Ausbau- und Netzbetriebskosten verursachen. „Die Kosten für Netzanschluss und Aufbereitung steigen überproportional mit abnehmender Anlagengröße“, erläutert Wolfgang Urban, Autor der Studie.

Ein größerer Anteil von Kleinanlagen würde zu deutlich höheren Gesamtkosten der Integration von Biogas in das Erdgasnetz führen. Aus wirtschaftlicher Sicht sollten Einspeiseanlagen eine Mindestkapazität von 350 m3 je Stunde daher nicht unterschreiten.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Fachkraft für Nah- und Fernwärme-Hausanschlüsse (m/w/d) Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG
Esslingen am Neckar Zum Job 
Landeshauptstadt Düsseldorf-Firmenlogo
Leitung des städtischen Krematoriums für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Landeshauptstadt Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsjurist*in / Ingenieur*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Projektender Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stuttgart, Mannheim Zum Job 
RES Deutschland GmbH-Firmenlogo
Head of Engineering / Leitung technische Planung Wind- & Solarparks (m/w/d) RES Deutschland GmbH
Vörstetten Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
KÜBLER GmbH-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur / Fachplaner / TGA (m/w/d) Heizungstechnik und Elektro KÜBLER GmbH
Ludwigshafen Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Vertragsmanager*in Großprojekte Mobilität (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) (Ingenieur für Elektrotechnik, Energie- oder Versorgungstechnik o. ä.) fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH
Stuttgart Zum Job 
Veltum GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur:in für Versorgungstechnik Heizung, Lüftung, Sanitär Veltum GmbH
Waldeck Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/Techniker/Meister (m/w/d) Elektrische Energietechnik Netzausbau Strom Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Energietechnik THOST Projektmanagement GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
ESWE Versorgungs AG-Firmenlogo
Asset Management & Transformationsplanung Fernwärmeversorgung (m/w/d) ESWE Versorgungs AG
Wiesbaden Zum Job 
naturenergie hochrhein AG-Firmenlogo
Projektentwickler kommunale Energielösungen (m/w/d) naturenergie hochrhein AG
Rheinfelden (Baden) Zum Job 
Stadtwerke Augsburg Energie GmbH-Firmenlogo
TGA-Planer*in / Ingenieur*in / Techniker*in (m/w/d) technische Gebäudeausrüstung Stadtwerke Augsburg Energie GmbH
Augsburg Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/in (m/w/d) als Referent/in für die Branche Feinmechanik BG ETEM
Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH-Firmenlogo
Head Site Management (w/m/d) Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) als Referent Arbeitssicherheit Die Autobahn GmbH des Bundes
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Abteilungsleitung Deponien und Altablagerungen (w/m/d) Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Kromberg & Schubert Automotive GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur / Materialwissenschaften (m/w/d) Kromberg & Schubert Automotive GmbH & Co. KG
Abensberg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) für Geotechnik, Abfall, Altlasten und Georisiken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 

Kleinere Biogasanlagen stehen sich der Studie zufolge wirtschaftlich besser, wenn das Biogas vor Ort in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Produktion von Ökostrom genutzt wird. Das gilt selbst dann, wenn am Ort der Biogaserzeugung keine Nutzung der dabei anfallenden Wärme möglich ist.

Die Einspeisung des Biomethans ins Erdgasnetz wird laut Studie für größere Anlagen dann wirtschaftlich interessant, wenn weniger als die Hälfte der entstehenden Wärme wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann.

Damit das erzeugte Biomethan ins Erdgasnetz kommen kann, hebt man den Brennwert des Biomethans durch die Zugabe von Flüssiggas (LPG) auf das Niveau des Erdgases an. Vor allem die Kosten dieser LPG-Beimischung treiben die Kosten des gesamten Aufbereitungsverfahrens in die Höhe, wie die Autoren errechnet haben.

Allein in der untersuchten Modellregion müssten für die Brennwertanpassung mit LPG jährlich zweistellige Millionen-Euro-Beträge aufgewendet werden. Die vom Bundesumweltministerium geförderte Studie betrachtet exemplarisch das Biogaspotenzial in den Landkreisen Altmarkkreis Salzwedel, Stendal, Börde und dem Jerichower Land.

Auf die Brennwertanpassung könnte der Studie zufolge zumindest zeitweise verzichtet werden. Dann nämlich, wenn die Gasdurchflussmengen in der Grundleitung ausreichen, um eine rechnergestützte Brennwertrekonstruktion zu nutzen. Dazu werden verschiedene Brennwertbezirke geschaffen, was de facto eine Netzentkoppelung darstellt. Verfügte jeder dieser Netzbereiche über eine genügend große Gasaufnahmekapazität, ließe sich die Rückspeisung in die vorgelagerte Netzebene und so die Konditionierung mit LPG vermeiden.

Für die Modellregion könnten LPG-Kosten in Höhe von 5 Mio. € bis 10 Mio. € pro Jahr eingespart werden, langfristig sogar bis zu 25 Mio. € jährlich. Doch könnten die Systeme zur rechnergestützten Brennwertverfolgung an ihre Grenzen stoßen, wenn sich die Zahl der Biogas-Einspeisepunkte tatsächlich erhöht. Ebenso ungeklärt ist, welchen Einfluss die prognostizierte Biogasmenge auf die Lastflussverhältnisse in den verschiedenen Netzebenen hat.

Für den Bau der notwendigen Einspeiseanlagen würden nach vorsichtigen Schätzungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) Investitionen in der Größenordnung von 12 Mrd. € alleine für die Anlagentechnik benötigt.

Vor allem die Verdichterbaugruppen treiben die Investitionskosten für die Gaseinspeiseanlagen in die Höhe. Sie allein bestimmen 60 % der Investitionskosten, gefolgt von Einrichtungen zur Messung von Gasmenge und -qualität. Diese Investitionskosten sind nahezu unabhängig von der Einspeiseleistung und damit bei kleinen Anlagen spezifisch höher.

Die Studie sieht erhebliches Potenzial zur Optimierung und Effizienzsteigerung. So sind viele Einspeiseanlagen redundant ausgelegt, um die Verfügbarkeit zu erhöhen. Beschränkte sich die Redundanz nur auf wichtige Bauteile, könnten Kosten reduziert werden.

Bei der Biogasproduktion könnte durch einfachere Bauweisen und eine höhere Raumbelastung der Fermenter, einen intensiveren Aufschluss der Gärsubstrate zur Steigerung der Gasausbeute sowie bessere Instandhaltungskonzepte ein Einsparpotenzial von bis zu 20 % realisiert werden, schreiben die Autoren. THOMAS GAUL

Ein Beitrag von:

  • Thomas Gaul

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.