Sonnenenergie 16.05.2024, 13:53 Uhr

Thermische Falle zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse

Die ETH Zürich hat eine neue Technologie entwickelt, die Sonnenlicht verwendet, um sehr hohe Temperaturen zu erreichen. Das könnte helfen, fossile Brennstoffe in der Industrie zu ersetzen.

Thermische Falle

Darstellung der thermischen Falle, bestehend aus einem Kern aus Quarzstab umgeben von einem äußeren Keramikabsorber. BIld: Casati E et al. Device 2024, bearbeitet

Um Zement, Metalle und zahlreiche Chemikalien herzustellen, sind extrem hohe Temperaturen von über tausend Grad Celsius erforderlich. Dafür werden heutzutage hauptsächlich fossile Brennstoffe wie Kohle oder Erdgas verbrannt, um diese Hitze zu erzeugen, was zu erheblichen Mengen an Treibhausgasemissionen führt. Erneuerbare Elektrizität zu verwenden, um zu heizen, ist bei solchen hohen Temperaturen leider nicht effizient. Obwohl wir uns stark in Richtung Klimaneutralität bewegen, werden industrielle Prozesse wahrscheinlich weiterhin auf fossile Brennstoffe setzen müssen, da ihre Dekarbonisierung sehr schwierig ist. Aber es könnte sich ändern.

Hohe Temperaturen für Produktionsprozesse erzeugen

Forschende der ETH Zürich haben einen Weg gefunden, um Industrien von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen: Ein Team unter der Leitung von Emiliano Casati, einem Wissenschaftler in der Gruppe für Energie- und Prozesssystemtechnik, und Aldo Steinfeld, einem Professor für erneuerbare Energieträger, hat eine thermische Falle entwickelt. Diese Falle nutzt Sonnenstrahlung, um die erforderlichen hohen Temperaturen für Produktionsprozesse zu erzeugen und gibt die erzeugte Hitze ab. Ein zentraler Bestandteil ist ein Quarzstab, der aufgrund seiner optischen Eigenschaften Sonnenlicht effizient absorbiert und in Wärme umwandelt.

In den Laborexperimenten verwendeten die Forschenden einen Quarzstab mit einem Durchmesser von 7,5 Zentimetern und einer Länge von 30 Zentimetern. Sie beleuchteten ihn mit künstlichem Licht, dessen Intensität der von 135-fach konzentriertem Sonnenlicht entsprach, und erzielten dabei Temperaturen von bis zu 1050 Grad Celsius. Früher konnten Forschende mit ähnlichen thermischen Fallen maximal 170 Grad Celsius erreichen.

Entwicklung von Hochtemperatur-Solaranlagen möglich?

Obwohl es Technologien gibt, um Sonnenenergie zu konzentrieren, wie in großen Solarkraftwerken in Spanien, den USA und China, arbeiten diese normalerweise bei Temperaturen bis zu 600 Grad Celsius. Bei höheren Temperaturen steigt der Wärmeverlust durch Abstrahlung, was die Effizienz der Anlagen verringern würde. Ein großer Vorteil der thermischen Falle der ETH-Forscher ist, dass sie die Wärme einfängt und die Abstrahlung minimiert.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Energietechnik - Umspannwerke/Hochspannungsfreileitung - Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Spezialistin oder Spezialist Faunistik (w/m/d) für den Bereich Brückenersatzneubau Die Autobahn GmbH des Bundes
Hannover Zum Job 
Energie und Wasser Potsdam GmbH-Firmenlogo
Energy-Analyst (m/w/d) Energie und Wasser Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH über Jacobi consulting GmbH-Firmenlogo
Leiter Netzbetrieb Gas (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH über Jacobi consulting GmbH
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
bayernweit Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Fachkraft für Nah- und Fernwärme-Hausanschlüsse (m/w/d) Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG
Esslingen am Neckar Zum Job 
Landeshauptstadt Düsseldorf-Firmenlogo
Leitung des städtischen Krematoriums für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Landeshauptstadt Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsjurist*in / Ingenieur*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Projektender Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stuttgart, Mannheim Zum Job 
RES Deutschland GmbH-Firmenlogo
Head of Engineering / Leitung technische Planung Wind- & Solarparks (m/w/d) RES Deutschland GmbH
Vörstetten Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
KÜBLER GmbH-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur / Fachplaner / TGA (m/w/d) Heizungstechnik und Elektro KÜBLER GmbH
Ludwigshafen Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Vertragsmanager*in Großprojekte Mobilität (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) (Ingenieur für Elektrotechnik, Energie- oder Versorgungstechnik o. ä.) fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH
Stuttgart Zum Job 
Veltum GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur:in für Versorgungstechnik Heizung, Lüftung, Sanitär Veltum GmbH
Waldeck Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/Techniker/Meister (m/w/d) Elektrische Energietechnik Netzausbau Strom Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Energietechnik THOST Projektmanagement GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
ESWE Versorgungs AG-Firmenlogo
Asset Management & Transformationsplanung Fernwärmeversorgung (m/w/d) ESWE Versorgungs AG
Wiesbaden Zum Job 
naturenergie hochrhein AG-Firmenlogo
Projektentwickler kommunale Energielösungen (m/w/d) naturenergie hochrhein AG
Rheinfelden (Baden) Zum Job 
Stadtwerke Augsburg Energie GmbH-Firmenlogo
TGA-Planer*in / Ingenieur*in / Techniker*in (m/w/d) technische Gebäudeausrüstung Stadtwerke Augsburg Energie GmbH
Augsburg Zum Job 

„Unser Ansatz verbessert den Wirkungsgrad der Absorption von Sonnenlicht erheblich“, wird Casati in einer Pressemitteilung zitiert. „Wir sind deshalb zuversichtlich, dass diese Technologie die Entwicklung von Hochtemperatur-Solaranlagen ermöglicht“, sagte der Wissenschaftler.

Er erwähnt jedoch, dass detaillierte technisch-wirtschaftliche Analysen noch ausstehen würden. Diese wären über den Rahmen der aktuellen Experimentalstudie hinausgegangen, die von den Forschenden in der Fachzeitschrift „Device“ veröffentlicht wurde.

Dekarbonisierung der Energie erforderlich

Casati gab an, dass er an der ETH Zürich weiterhin Forschung betreibe, um die Methode zu optimieren. Denn: Eines Tages könnte die Technologie möglicherweise nicht nur die Stromproduktion, sondern auch die Dekarbonisierung energieintensiver Industriezweige in großem Maßstab ermöglichen. Er betonte, dass zur Bekämpfung des Klimawandels eine generelle Dekarbonisierung der Energie erforderlich sei und darauf hin, dass Energie oft nur mit Strom assoziiert werde, obwohl tatsächlich etwa die Hälfte der Energie in Form von Wärme verbraucht werde.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.