Für das Büro der Zukunft 21.06.2022, 07:00 Uhr

Asynchrone Realität: „Zeitreise“ in 3D möglich

Damit verpassen Sie keinen wichtigen Moment mehr. Forschende der ETH Zürich haben ein System entwickelt, mit dem sich Ereignisse in einem Raum aufzeichnen und später abspielen lassen. Und zwar dreidimensional inklusive kausaler Zusammenhänge.

Büro mit Virtual Reality

Blenden Sie Dinge außerhalb des direkten Arbeitsumfeldes aus und lassen Sie sich diese Informationen später mittels Asynchroner Realität vorspielen.

Foto: Andreas René Fender / ETH Zürich

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Sie müssen vorzeitig eine wichtige Video-Konferenz verlassen, weil diese länger dauert und Sie einen ebenfalls wichtigen Anschlusstermin haben. Ihnen ist bewusst, dass Sie relevante Informationen verpassen werden und sich diese auf anderem Weg später einholen müssen. Wie wäre es stattdessen, wenn Sie sich die Inhalte einfach später per Virtual Reality anschauen und anhören könnten? Und diese wären dabei auch noch dreidimensional und von der Realität kaum zu unterscheiden? Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben genau für einen solchen Fall ein neues System entwickelt und bedienen sich dabei der sogenannten Asynchronen Realität.

Christian Holz, Assistenzprofessor für intelligente interaktive Systeme, und Postdoktorand Andreas Rene Fender haben ein Büro mit speziellen Tiefen-Kameras ausgestattet. Ihr Vorteil: Sie können sowohl Objekte als auch Menschen dreidimensional erfassen. Ein dazugehöriges Computersystem zeichnet zudem alle Ereignisse auf, welche die Kameras erkennen. Im nächsten Schritt stellt das System sogar einen kausalen Zusammenhang her. Damit Menschen, die in einem Büro arbeiten, dieses System nutzen können, müssen sie eine Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) und Kopfhörer tragen.

Asynchrone Realität: Ereignisse zeitversetzt im selben Raum erleben

Mit der VR-Brille und dem Kopfhörer können Nutzerinnen und Nutzer auf der einen Seite ihr Büro ganz normal wahrnehmen und darin arbeiten. Die beiden Hilfsmittel bieten aber darüber hinaus den Vorteil, dass man sich vom aktuellen Geschehen ausklinken kann. Dann sorgen die Brille und der Kopfhörer dafür, dass alles, was außerhalb des direkten Arbeitsumfeldes passiert, ausgeblendet wird. Während der Mensch nun konzentriert weiterarbeitet, wird das Geschehen um ihn herum vom System aufgezeichnet und lässt sich später als sogenannte Asynchrone Realität wieder abspielen. Auf diese Art und Weise können Personen dieselben Ereignisse im selben Raum erleben – nur zeitversetzt. „In der Asynchronen Realität muss die Absenderin oder der Absender nicht aktiv kommunizieren, sondern Dinge tun und sagen, als wäre die zweite Person präsent. Und die Empfängerin oder der Empfänger kann diese Situation danach im selben Raum abspielen und direkt mit Gegenständen interagieren, um so das Aufgezeichnete selbst zu erfahren. Für die Person fühlt sich die Aufzeichnung daher sehr reell an“, erläutert Christian Holz.

Stellenangebote im Bereich IT/TK-Projektmanagement

IT/TK-Projektmanagement Jobs
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Informationssicherheit Die Autobahn GmbH des Bundes
Frankfurt Zum Job 
IMS Messsysteme GmbH-Firmenlogo
Systemingenieur (m/w/i) für Oberflächeninspektion IMS Messsysteme GmbH
Heiligenhaus Zum Job 
Hochschule Hamm-Lippstadt-Firmenlogo
wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) für die Entwicklung einer Wissensdatenbank im Bereich der Sektorenkopplung Hochschule Hamm-Lippstadt
Hochschule Bielefeld-Firmenlogo
W2-Professur Software Engineering Hochschule Bielefeld
Gütersloh Zum Job 
Safran Data Systems GmbH-Firmenlogo
Embedded Software Engineer (m/w/d) Safran Data Systems GmbH
Bergisch Gladbach Zum Job 
Hochschule Bielefeld (HSBI)-Firmenlogo
W2-Professur Software Engineering Hochschule Bielefeld (HSBI)
Gütersloh Zum Job 
Kreis Gütersloh-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/i) für Digitalisierung und Prozessmanagement Kreis Gütersloh
Rheda-Wiedenbrück Zum Job 
Bisping & Bisping GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Internetkommunikation / Telekommunikation Bisping & Bisping GmbH & Co. KG
Lauf an der Pegnitz Zum Job 
Bisping & Bisping GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Glasfaserausbau Bisping & Bisping GmbH & Co. KG
Lauf an der Pegnitz Zum Job 
Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. Hans-Knöll-Institut (HKI)-Firmenlogo
Software Engineer (m/f/div) Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. Hans-Knöll-Institut (HKI)
Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. Hans-Knöll-Institut (HKI)-Firmenlogo
Software Engineer (m/f/div) Leibniz Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. Hans-Knöll-Institut (HKI)
Prognost Systems GmbH-Firmenlogo
Technischer Kundenbetreuer / Elektroingenieur (m/w/d) im Customer Support Prognost Systems GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) C-ITS Entwicklung Die Autobahn GmbH des Bundes
Frankfurt am Main Zum Job 
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)-Firmenlogo
Doktorandin / Doktorand (w/m/d) im Themenfeld: Künstliche Intelligenz Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Dortmund Zum Job 
Hamburger Stadtentwässerung AöR ein Unternehmen von HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik als Projektleiter Hamburger Stadtentwässerung AöR ein Unternehmen von HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) PMO Business Transformation MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
Eckelmann AG-Firmenlogo
Systemingenieur Echtzeit-Programmierung/-Entwicklung (m/w/d) Eckelmann AG
Wiesbaden Zum Job 
Patent- und Rechtsanwälte Andrejewski, Honke-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) zur Ausbildung zum deutschen Patentanwalt (m/w/d) und European Patent Attorney Patent- und Rechtsanwälte Andrejewski, Honke
TU Bergakademie Freiberg-Firmenlogo
W2-Professur "Deep Learning" TU Bergakademie Freiberg
Freiberg Zum Job 
Westfälische Hochschule-Firmenlogo
Professur Smarte Robotik und KI (W2) Westfälische Hochschule
Bocholt Zum Job 

Das System, das die Forschenden der ETH Zürich entwickelt haben, unterscheidet sich von einer herkömmlichen Videoaufzeichnung. Denn sie läuft konsequent linear ab. In der Asynchronen Realität ist das anders. Verpasste Ereignisse können selektiv angesteuert werden. Dabei zeigt die VR-Brille Objekte, die in das Geschehen involviert waren, als halbtransparente Umrisse. Nähert sich der Mensch nun diesem Objekt, sieht er die dazu passende Aufzeichnung. Das System zeigt aber nicht nur die Ereignisse, sondern stellt dabei auch Zusammenhänge her, damit die Aufzeichnung auch verständlich wird. Und genau darum ging es den Forschenden auch: „Dass das Computersystem diese Kausalitäten erkennen und deuten kann, ist eine der Kerninnovationen“, sagt Holz.

Asynchrone Realität: für verschiedene Anwendungen geeignet

Sich aus der eigentlichen Realität „auszuklinken“ und sich anderen Dingen zu widmen, ist nach Angaben der Forschenden nur ein Anwendungsszenario. Ein andere sei zum Beispiel, dass sich vergangene Realitäten erleben ließen, bei denen man aber selbst gar nicht physisch anwesend war. Ein Beispiel: Teams, die in Schichten arbeiten, könnten ohne Probleme gemeinsam einen physischen Prototypen weiterentwickeln. Denn das System helfe ihnen dabei, auch ohne Absprache mit Kolleginnen und Kollegen den aktuellen Arbeitsstand zu erfassen und nahtlos weiterzuarbeiten. „Das Spezielle an dem System ist, dass Nutzerinnen und Nutzer ihren Blick nachträglich auf einen bestimmten Gegenstand richten und seinen Einfluss auf das Geschehen ermitteln können“, erklärt Andreas Rene Fender.

Neben der reibungsloseren Arbeit innerhalb eines Teams seien noch andere Anwendungsbeispiele denkbar: etwa Unterrichtssituationen für Schülerinnen und Schüler oder Studierende, die an Modellen forschen oder Experimenten durchführen. Lehrerinnen und Lehrer wären zeitversetzt in der Lage, die Methoden und Wege nachzuvollziehen, weil sie diese nacherleben. Daraus ergäben sich möglicherweise präzisere Hinweise oder Hilfestellungen, weil sie den Prozess des Entstehens besser mitverfolgen können.

Mehr zum Thema Virtual Reality:

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.