Deutschland liegt weltweit unter den Top 10 beim Zugang zum schnellen Internet
Deutschland liegt beim Zugang zum schnellen Internet unter den Top 10 weltweit. Nach einer Studie der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) haben 34 Prozent aller Deutschen einen Zugang zu Breitband-Anschlüssen. Das ist der neunte Platz unter 184 Ländern. Selbst führende Hightech-Nationen wie die USA und Japan liegen deutlich hinter Deutschland.
Die Liste wird von der Schweiz angeführt: 42 von 100 Eidgenossen haben einen Breitbandanschluss. Dahinter liegen vor allem europäische Länder: 39,4 Prozent der Niederländer surfen per Breitbandanschluss, in Dänemark 38,2 Prozent. Es folgen Frankreich (37,8 %), Südkorea (37,6 %), Island (34,5 %) und Belgien (34,1 %). Rang 9 teilt sich die Bundesrepublik mit Großbritannien (beide 34,0 %).
Überraschend: Auch Hightech-Nationen wie die USA und Japan, aber auch Nationen wie China und Russland, Italien und Spanien sowie aufstrebende Schwellenländer wie Südafrika und Brasilien haben in Sachen Breitband noch zum Teil erheblichen Nachholbedarf.
So hat das Geburtsland des Internets, die Vereinigten Staaten, erst einen Anschlussrate von 28 Prozent und kommt damit auf Rang 20. Japan liegt mit 27,9 Prozent direkt hinter den USA. Spanien erreicht 24 Prozent, Italien 22 Prozent. In Russland surfen nur 14,5 Prozent per Breitbandanschluss, in Brasilien nur 9,2 Prozent. Damit liegt das größte Land Südamerikas praktisch auf dem Weltdurchschnitt von 9,1 Prozent.
Deutschland auf Platz 40 bei der mobilen Vernetzung
Kein Spitzenplatz belegt Deutschland bei der mobilen Vernetzung: Da reicht es mit einem Wert von 41 nur zu Rang 40. Spitzenreiter ist der Stadtstaat Singapur: Auf jeden Einwohner kommen dort 1,23 Mobilfunkverträge. Noch weit vor Deutschland liegen auch Länder wie Polen, Lettland und Kroatien.
Gemessen an der Gesamtzahl der Bürger, die ins Netz gehen können, kommt Deutschland mit 84 Prozent weltweit auf dem 19 Platz. Spitzenreiter ist Island: Auf der Insel hatten im vergangenen Jahr 96 Prozent aller Bewohner Zugang zum Internet. Direkt dahinter folgen Norwegen, Schweden und Dänemark. Erstes nichteuropäisches Land ist Neuseeland mit 89,5 Prozent auf Rang 9. Hinter Deutschland liegen in Sachen Internetzugang Industrienationen wie Frankreich, die USA, Japan, Italien, Russland und China, wo 42,4 Prozent der Menschen Zugang zum Internet haben.
Die ITU ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. In ihrem Jahresbericht beleuchtet die Organisation die Zahlen des Jahres 2012, die sie als „Momentaufnahme“ bezeichnet. Allein der mobile Zugang zum Internet habe eine Wachstumsrate von 30 Prozent pro Jahr. Schon bis Ende 2013 wird es dreimal so viele mobile wie Festnetzanschlüsse geben, erwartet die ITU.
ITU fordert Priorität für Vernetzung in Entwicklungsländern
Was der Bericht aber auch zeigt: Während in den entwickelten Ländern die große Mehrheit der Menschen aufs Internet zugreifen können, sind andererseits ganze Regionen wie Afrika vom der Internetkommunikation weitgehend abgehängt, so ITU-Generalsekretär Hamadoun I. Touré. „Wir dürfen die nicht aus den Augen verlieren, die wir zurückgelassen haben.“ Mehr als 90 Prozent der Menschen in den 49 am wenigsten entwickelten Staaten seien überhaupt noch nicht vernetzt. „Das Internet ist ein Schlüssel für soziale und wirtschaftliche Entwicklung“, betont Touré. „Die Vernetzung muss Priorität haben, auch und gerade in den ärmsten Nationen der Welt.“ Seiner Ansicht nach würde die Vernetzung zur Entwicklung bei Gesundheit, Bildung und Umweltschutz beitragen.
Zum ersten Mal untersuchte der ITU-Jahresbericht auch die Verteilung zwischen Männern und Frauen beim Internet-Zugang. Die Zahlen bestätigten die Annahme, dass Frauen weltweit weniger Zugang zu Technologie haben als Männer. In den Industriestaaten ist der Unterschied allerdings relativ gering – mit sinkendem Einkommen geht die Schere jedoch immer weiter auseinander.
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