Hightech im Sport 11.11.2013, 06:59 Uhr

Rugby nutzt GPS zur Verbesserung des Spiels

Kaum ein Mannschaftssport steht moderner Technologie so offen gegenüber wie Rugby. So gilt der Sport vor allem in der Anwendung des globalen Positionsbestimmungssystems GPS in vieler Hinsicht als Vorreiter. Experten rechnen damit,  dass auch andere Sportarten künftig mehr Gebrauch von der Technik machen werden.

Beim Rugby werden zunehmend GPS-Berechnungsalgorithmen eingesetzt. Damit können nicht nur Zeitmessungen vorgenommen und Bewegungen erfasst werden. Es lassen sich auch Sportverletzungen vorhersagen und damit vermeiden. 

Beim Rugby werden zunehmend GPS-Berechnungsalgorithmen eingesetzt. Damit können nicht nur Zeitmessungen vorgenommen und Bewegungen erfasst werden. Es lassen sich auch Sportverletzungen vorhersagen und damit vermeiden. 

Foto: dpa-Bildfunk

Durch den Einsatz eines GPS-Empfängers in einem Trainingscomputer eröffnen sich völlig neue Horizonte für das Training in diversen Sportarten, wie beispielsweise für das Rennen oder auch das Radfahren. So wird der Trainierende mit GPS in Raum und Ort verortet. In kurzen Intervallen wird die GPS-Position ermittelt und dadurch ist die Messung der zurückliegenden Strecke und der Geschwindigkeit möglich. Diese Messgrößen sind für den Sportler vor allem von großem Interesse, weil klassische Pulsuhren dies nicht erfassen können.

Weniger Sportverletzungen

Normalerweise wird der Rugby Sport eher mit starken, muskulösen  Macho-Männern in Verbindung gebracht und nicht unbedingt mit Hightech assoziiert. Der frühere Kapitän des irischen Rugby-Teams, Jamie Heaslip, widerspricht dem und erklärte jetzt auf dem Dublin Web Summit,  einer großen irischen Technologie- und Wirtschaftskonferenz, dass der Sport inzwischen ausgesprochen stark von Technik beeinflusst wird und diese den Sport sogar transformiert habe. „Indem wir modernste GPS-Berechnungsalgorithmen benutzen, sind wir nicht nur in der Lage Zeitmessungen vorzunehmen und Bewegungen zu erfassen, sondern können auch Sportverletzungen vorhersagen und damit auch Verletzungen vorbeugen,“  so Heaslip.

Maßgeschneidertes Training

Das irische Rugby-Team gehörte im Jahr 2009 zu den ersten Mannschaften des Sports, bei dem die Spieler mit GPS-Packs – einem sogenannten Viper Pod – ausgerüstet wurden. Diese Geräte wiegen soviel wie zwei AA-Batterien und sind so groß wie eine Streichholzschachtel. Die Spieler tragen dabei winzige Empfänger, die oftmals in Schutzhüllen verpackt sind, auf dem Rücken ihrer Rugby-Hemden. Mit den Daten der zentimetergenauen satellitengestützten Positionierung sind die Rugby-Trainer dabei in der Lage, ein maßgeschneidertes Training für jeden einzelnen Spieler zu entwickeln. Angesichts der extrem hohen Intensität der Spiele auf Weltklasseniveau helfen die GPS-Daten dabei vor allem auch diese Intensität besser zu simulieren und ermöglichen es dann das Training zu optimieren. Hinzu kommt, dass die Daten helfen, die Fitness der Spieler zu verbessern. In den Augen der Trainer soll sich im Endeffekt auch der Körper der Spieler verändern – weniger Körperfett dafür aber mehr Muskelmasse.

GPS-Einsatz in anderen Sportarten

Für höchste Genauigkeitsanforderungen werden derzeit kompakte geodätische Zweifrequenz-GPS-Empfänger eingesetzt, die Positionierungsgenauigkeiten im Zentimeterbereich ermöglichen  Mit der zunehmenden Miniaturisierung der Elektronik wurde beispielsweise für das Ski-Springen ein spezieller GPS-Empfänger entwickelt, der komplett in einem Sprunghelm integriert werden kann. Auch im alpinen Skisport oder beim Rudern und zur Untersuchung des menschlichen Gangs wird die Technik inzwischen genutzt.

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Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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