Hannover Messe 2014 08.04.2014, 10:19 Uhr

Beschichtung von Oberflächen: Extrem glatt und ohne Poren

Mit nanofeinen Pulvern lässt sich die Qualität von Verschleißschichten drastisch verbessern. Für Industrieanwendungen gibt es jetzt Nachrüstsätze. Auf der Hannover Messe präsentieren Fraunhofer Forscher erstmals systemtechnische Komponenten, die für die Umrüstung industrieller Spritzanlagen auf das Suspensionsspritzen erforderlich sind.

Suspension-HVOF-Spritzprozess mit druckgesteuerter Laborsuspensionsfördereinheit am Fraunhofer IWS.

Suspension-HVOF-Spritzprozess mit druckgesteuerter Laborsuspensionsfördereinheit am Fraunhofer IWS.

Foto: Fraunhofer IWS Dresden

Die Spitze des Hochleistungsbohrers schimmert mattgold, der Rest ist stahltypisch graublau. Die edel aussehende Spitze besteht aus einer hauchdünnen Schicht eines Werkstoffs, der die Standfestigkeit des Werkzeugs um ein Vielfaches verlängert. Aufgetragen wird sie beispielsweise durch thermisches Spritzen. Pulverförmiges Material wird in eine Flamme gespritzt und kurzzeitig verflüssigt. Es knallt mit Wucht auf das Ziel. Dort krallen sich die Partikel fest.

Das äußerst abriebfeste Material ist sehr viel teurer als schlichter Stahl. Deshalb werden Bohrer nicht komplett aus diesem Werkzeug hergestellt. Eine Beschichtung, für die eine winzige Menge des teuren Materials ausreicht, genügt. Diese Art der Oberflächenveredelung ist in der Industrie weit verbreitet. Zahnräder in Getrieben werden so behandelt, Schaufeln von Flugzeugturbinen und zahlreiche andere Komponenten, die stellenweise hart beansprucht werden.

Umrüstest für das Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen (HVOF) von Suspensionen: Es besteht aus Steuerbox, Anschlussbox und modifizierter HVOF- Brennkammer mit Suspensionsinjektor.

Umrüstest für das Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen (HVOF) von Suspensionen: Es besteht aus Steuerbox, Anschlussbox und modifizierter HVOF- Brennkammer mit Suspensionsinjektor.

Quelle: Fraunhofer IWS Dresden

Stellenangebote im Bereich Fertigungstechnik, Produktion

Fertigungstechnik, Produktion Jobs
ROTHENBERGER Werkzeuge GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Rohrwerkzeuge und Rohrbearbeitungsmaschinen ROTHENBERGER Werkzeuge GmbH
Kelkheim Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Key Account in der Elektronikbranche Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
JACOBS DOUWE EGBERTS DE GmbH-Firmenlogo
Project Engineer (w|m|d) JACOBS DOUWE EGBERTS DE GmbH
Elmshorn Zum Job 
August Storck KG-Firmenlogo
Leiter (m/w/d) Prozess- und Methodenmanagement August Storck KG
Ohrdruf Zum Job 
Graz University of Technology, Faculty of Technical Chemistry, Chemical and Process Engineering and Biotechnology, Institute of Process and Particle Engineering-Firmenlogo
Professorship for Particle Engineering and Solids Processing Graz University of Technology, Faculty of Technical Chemistry, Chemical and Process Engineering and Biotechnology, Institute of Process and Particle Engineering
Graz, Austria Zum Job 
EuropTec GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter Prozessentwicklung (m/w/d) EuropTec GmbH
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) der Fachrichtung Maschinenbau, Physikalische Ingenieurwissenschaft, Produktionstechnik, Werkstoffwissenschaft oder vergleichbar Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Berlin-Steglitz Zum Job 
Neoperl GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Meister / Techniker (m/w/d) Prozess-, Automatisierungs- und Elektrotechnik Neoperl GmbH
Müllheim Zum Job 
Technische Universität Berlin-Firmenlogo
Universitätsprofessur - BesGr. W3 für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik an der Fakultät V Technische Universität Berlin
ULTRA REFLEX GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Kunststoff (m/w/d) Entwicklung und Optimierung von Produkten und Prozessen ULTRA REFLEX GmbH
Willstätt Zum Job 
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft-Firmenlogo
W3-Professur "Life Cycle Engineering" Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft
Atlantic GmbH-Firmenlogo
Werksleiter Endbearbeitung Schleifscheiben und Honsteine (m/w/d) Atlantic GmbH
Celonic Deutschland GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technical Team Manager (w/m/d) Qualification & Asset Change Control Celonic Deutschland GmbH & Co. KG
Heidelberg Zum Job 
pro-beam GmbH & Co. KGaA-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Elektronenstrahl Schweißtechnik pro-beam GmbH & Co. KGaA
pro-beam GmbH & Co. KGaA-Firmenlogo
Maschinenbauingenieur / Wirtschaftsingenieur als Industrial Engineer / Fertigungsplaner (m/w/d) pro-beam GmbH & Co. KGaA

Die verwendeten Pulver sind so fein wie Mehl. Doch das reicht nicht, um absolut porenfreie und extrem glatte Oberflächen herzustellen. Forscher am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben jetzt ein Verfahren entwickelt, das die Beschichtungsqualität drastisch verbessert. Statt eines Pulvers schleudern die Wissenschaftler eine Suspension aus nanofeinen Partikeln in die Flamme, also Teilchen, die nur wenige Millionstel Millimeter groß sind.

Industrietauglich: Facharbeiter statt Akademiker können Verfahren nutzen

Bisher funktionierte das nur im Labor. Jetzt ist es den Dresdnern gelungen, das Verfahren industrietauglich zu machen. Zur Bedienung sind keine Akademiker mehr nötig, sondern Facharbeiter. Im Rahmen der Hannover Messe Industrie präsentiert das IWS gerade systemtechnische Komponenten, die für die Umrüstung industrieller Spritzanlagen auf die neue Technik erforderlich sind. Unternehmen, die Oberflächen etwa per Plasma- oder Hochgeschwindigkeitsflammspritzen Hochgeschwindigkeitsflammspritzen Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen beschichten, müssen also keine neuen Anlagen kaufen. Sie können die, die sie bereits betreiben, einfach umrüsten. Die Zusatzkomponenten bestehen aus einer Fördereinheit, die die Suspension aus dem Vorratsbehälter holt, und einer Düse, die den in Wasser fein verteilten Feinststaub zielsicher in die Flamme und damit auf das Werkstück schleudert.

Durch die Düse schießen pro Minute fünf bis 100 Milliliter Suspension. Sie arbeitet so zielgerichtet, dass mindestens 70 Prozent des wertvollen Materials auf dem Werkstück ankommen, das beschichtet werden soll.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.