Abholzung schreitet voran 07.09.2015, 09:19 Uhr

Die Welt hat 3 Billionen Bäume – achtmal mehr als bisher angenommen

Auf der Erde wachsen weltweit rund drei Billionen Bäume – das ist achtmal so viel wie bisher angenommen. Die schlechte Nachricht: Der Baumbestand sinkt jährlich um zehn Milliarden Exemplare. Seitdem der Mensch die Erde bevölkert, hat sich die Zahl der Bäume fast halbiert. 

Dichter Atlantischer Regenwald auf der Ilha do Cardoso im Bundesstaat Sao Paulo: Derzeit gibt es mehr als drei Billionen Bäume auf der Erde, achtmal mehr als bislang vermutet. 

Dichter Atlantischer Regenwald auf der Ilha do Cardoso im Bundesstaat Sao Paulo: Derzeit gibt es mehr als drei Billionen Bäume auf der Erde, achtmal mehr als bislang vermutet. 

Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Eine gründliche Zählung des globalen Baumbestandes ist keine einfache Angelegenheit. Bisher hatte man sich ausschließlich auf Satellitenbilder verlassen und war damit auf eine Zahl von etwa 400 Milliarden Bäumen gekommen. Diese Größenordnung ist nun durch eine amerikanische Studie gründlich revidiert worden.

Forscher der Yale University sind sehr viel detaillierter vorgegangen und zum Ergebnis gekommen, dass knapp über drei Billiarden Bäume auf der Erde wachsen. Eine gute Nachricht ist das aber nur bedingt, denn die Wissenschaftler schätzen auch, dass seit Beginn der menschlichen Zivilisation der Baumbestand um 46 Prozent zurückgegangen ist.

Über 400.000 erdbasierte Daten verarbeitet

Für ihre Studie, deren Ergebnisse jetzt im Magazin Nature veröffentlicht wurden, haben sich die Wissenschaftler nicht nur auf Satellitenbilder verlassen, sondern auch auf Bestandsaufnahmen von Wäldern rund um den Globus zurückgegriffen. Besonders leistungsfähige Computer waren außerdem notwendig, um die zusammengetragenen Daten zu analysieren.

Rodung am Amazonas in Brasilien: Bis 2030 rechnet der WWF mit Waldverlusten von weltweit 170 Millionen Hektar.

Rodung am Amazonas in Brasilien: Bis 2030 rechnet der WWF mit Waldverlusten von weltweit 170 Millionen Hektar.

Quelle: Werner Rudhart/dpa

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Fachkraft für Nah- und Fernwärme-Hausanschlüsse (m/w/d) Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG
Esslingen am Neckar Zum Job 
Landeshauptstadt Düsseldorf-Firmenlogo
Leitung des städtischen Krematoriums für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Landeshauptstadt Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsjurist*in / Ingenieur*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Projektender Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stuttgart, Mannheim Zum Job 
RES Deutschland GmbH-Firmenlogo
Head of Engineering / Leitung technische Planung Wind- & Solarparks (m/w/d) RES Deutschland GmbH
Vörstetten Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
KÜBLER GmbH-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur / Fachplaner / TGA (m/w/d) Heizungstechnik und Elektro KÜBLER GmbH
Ludwigshafen Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Vertragsmanager*in Großprojekte Mobilität (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) (Ingenieur für Elektrotechnik, Energie- oder Versorgungstechnik o. ä.) fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH
Stuttgart Zum Job 
Veltum GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur:in für Versorgungstechnik Heizung, Lüftung, Sanitär Veltum GmbH
Waldeck Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/Techniker/Meister (m/w/d) Elektrische Energietechnik Netzausbau Strom Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Energietechnik THOST Projektmanagement GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
ESWE Versorgungs AG-Firmenlogo
Asset Management & Transformationsplanung Fernwärmeversorgung (m/w/d) ESWE Versorgungs AG
Wiesbaden Zum Job 
naturenergie hochrhein AG-Firmenlogo
Projektentwickler kommunale Energielösungen (m/w/d) naturenergie hochrhein AG
Rheinfelden (Baden) Zum Job 
Stadtwerke Augsburg Energie GmbH-Firmenlogo
TGA-Planer*in / Ingenieur*in / Techniker*in (m/w/d) technische Gebäudeausrüstung Stadtwerke Augsburg Energie GmbH
Augsburg Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/in (m/w/d) als Referent/in für die Branche Feinmechanik BG ETEM
Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH-Firmenlogo
Head Site Management (w/m/d) Profil Institut für Stoffwechselforschung GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) als Referent Arbeitssicherheit Die Autobahn GmbH des Bundes
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)-Firmenlogo
Abteilungsleitung Deponien und Altablagerungen (w/m/d) Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR)
Kromberg & Schubert Automotive GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur / Materialwissenschaften (m/w/d) Kromberg & Schubert Automotive GmbH & Co. KG
Abensberg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) für Geotechnik, Abfall, Altlasten und Georisiken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 

Knapp 430.000 erdbasierte Daten anderer Universitäten, Institutionen und wissenschaftlichen Studien aus über 50 Ländern wurden verarbeitet. Dazu gehörten nicht nur konkrete Baumzählungen, sondern auch Angaben über Klima, Topografie, Vegetation, Bodenbeschaffenheit und menschliche Einflüsse. „Jetzt haben wir ein detaillierteres Verständnis von dem, was unter dem Blätterdach vor sich geht“, sagt Studienleiter Thomas Crowther von der Abteilung für Forst- und Umweltwissenschaft in Yale.

Netto-Verlust von 10 Milliarden Bäumen jährlich

Die höchste Baumdichte fanden die Forscher in den Nadelwäldern der sub-arktischen Regionen von Russland, Skandinavien und Nordamerika. Die flächenmäßig größten Waldbestände befinden sich aber in den Tropen, in denen etwa 43 Prozent der weltweiten Bäume wachsen. Den größten Einfluss auf den Baumbestand habe eindeutig der Mensch, sagt Thomas Crowther. Die Baumdichte nehme ab, je stärker die Bevölkerung wachse.

Ziel des WWF: Bis 2020 keinen Netto-Baumverlust

Vor allem Abholzung und veränderte Landnutzung seien für den Verlust von über 15 Milliarden Bäumen jährlich verantwortlich. Beziehe man die natürlich nachwachsenden Bäume und die Wiederaufforstung in die Schätzungen ein, bliebe immer noch ein Netto-Verlust von etwa zehn Milliarden Bäumen. „So haben wir die Zahl der Bäume auf unserem Planeten fast halbiert“, sagt Crowther, der die Studie auch als Anregung sehen will „gesunde Wälder weltweit“ wiederherzustellen.

Bis 2030 erwartet der WWF Waldverluste von weltweit bis zu 170 Millionen Hektar.

Bis 2030 erwartet der WWF Waldverluste von weltweit bis zu 170 Millionen Hektar.

Quelle: Living Forest Report/WWF

Region Erwartete Waldverluste
 in Millionen Hektar bis 2030
Amazonas 23-48
Mekong 15-30
Borneo 22
Cerrada 15
Kongo-Becken 12
Ostafrika 12
Atlantischer Regenwald/Gran Chaco 10
Neu Guinea 7
Sumatra 5
Australien 3-6
Chocó-Darién 3
SUMME 127-170 ha

Quelle: Living Forest Report/WWF

Das sieht der WWF (World Wide Fund for Nature) in seinem kürzlich vorgelegten „Living Forest Report“ genauso. Bis zu 170 Millionen ha Wald könnten bis 2030 zerstört werden, befürchtet die Umweltschutzorganisation. Als Ziel gibt der WWF aus, dass es bis 2020 keinen Netto-Verlust des Baumbestandes mehr geben soll. Im Wald-Report hat der WWF insgesamt elf Gebiete weltweit identifiziert, die zusammengenommen für über 80 Prozent des globalen Waldverlustes verantwortlich seien.

„Waldzerstörungsfront“ im Amazonas-Gebiet am größten

Zu dieser „Waldzerstörungsfront“ gehören in Südamerika das Amazonas-Gebiet und die Savannen in Brasilien, in Afrika das Kongo-Becken und die Küstenregion im Südosten des Kontinents. Außerdem zählen Sumatra, Borneo, Neu-Guinea sowie in China das Mekong-Gebiet und der Osten Australiens dazu.

Die größten Waldverluste projektiert der WWF bis 2030 im Amazonas-Gebiet mit bis zu 48 Millionen ha. Im Mekong-Gebiet könnten bis zu 30 Millionen ha verloren gehen und in Borneo 22 Millionen ha. Die wichtigsten Ursachen der Waldzerstörung sieht der WWF in der Landwirtschaft, einer nicht nachhaltigen Abholzung, Infrastruktur-Projekten sowie Waldbränden, die in Anzahl und Intensität gestiegen seien.

 

Ein Beitrag von:

  • Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck

    Gudrun von Schoenebeck ist seit 2001 journalistisch unterwegs in Print- und Online-Medien. Neben Architektur, Kunst und Design hat sie sich vor allem das spannende Gebiet der Raumfahrt erschlossen.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.