Havarien auf See 05.06.2014, 15:35 Uhr

Starkes Team: Biobinder und Bakterien befreien Wasser von Ölpest

Viele Tausend Liter Öl laufen nach einer Havarie ins Meer: Die Rettung könnte demnächst vom Himmel fallen und winzig klein sein. Rostocker Forscher haben federführend ein neues Verfahren namens BioBind zur Bekämpfung der Ölpest entwickelt. Dabei werden biologisch abbaubare Binder aus Holzfaserstoffen mit Mikroorganismen bestückt und vom Flugzeug aus ins Katastrophengebiet abgeworfen. 

Ein ölverschmierter Vogel kämpft ums Überfolgen: Rostocker Forscher haben eine neue Methode zur Bekämpfung von Ölteppichen entwickelt. Dabei kommen biologisch abbaubare Binder und ölfressende Mikroorganismen zum Einsatz.

Ein ölverschmierter Vogel kämpft ums Überfolgen: Rostocker Forscher haben eine neue Methode zur Bekämpfung von Ölteppichen entwickelt. Dabei kommen biologisch abbaubare Binder und ölfressende Mikroorganismen zum Einsatz.

Foto: Archiv/dpa

Fünf mal fünf Zentimeter groß und vier Millimeter dick sind die mit Bakterien besiedelten Holzstückchen. Die von der Uni Dresden als Projektpartner entwickelten Holzfaserstoffe binden das Öl, die Mikroorganismen bauen es ab. „Was sich so einfach anhört – der Abwurf der biologisch abbaubaren Binder, ihr Einsammeln und Entsorgen war aber eine große Herausforderung für die Forscher“, erklärt Professor Fokke Saathoff vom Lehrstuhl für Geotechnik und Küstenwasserbau der Universität Rostock.

Mikroorganismen aus Ostseewasser züchten

Es werden auch nicht irgendwelche Bakterein auf die Ölbinder gesetzt. Vielmehr suchte das Sächsische Institut für angewandte Biotechnologie gewässertypische Mikroorganismen, die einen erhöhten Ölabbau ermöglichen. „Wir suchen die besten Bakterienstämme aus, die mit giftigen Ölkomponenten zurechtkommen müssen und davon leben“, erläutert Projektkoordinator Dr. Martin Powilleit vom Lehrstuhl für Geotechnik und Küstenwasserbau das Vorhaben.

Die ölhungrigen Mikroorganismen werden inzwischen aus Ostseewasser gezüchtet und können sogar ein Jahr lang im Trocknen liegen. Kommen sie nach diesem langen Zeitraum in Kontakt mit Flüssigkeiten, beginnen sie zu wachsen und fleißig Öl abzubauen.

Für einen Einsatz sind zwei Flieger nötig

Läuft Öl ins Meer muss zunächst ein Flugzeug die verschmutzte Wasseroberfläche scannen und die Koordinaten für die betroffene Fläche festlegen. Erst dann wirft ein zweites Flugzeug dort die neuen Ölbekämpfer ab.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Energietechnik - Umspannwerke/Hochspannungsfreileitung - Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Spezialistin oder Spezialist Faunistik (w/m/d) für den Bereich Brückenersatzneubau Die Autobahn GmbH des Bundes
Hannover Zum Job 
Energie und Wasser Potsdam GmbH-Firmenlogo
Energy-Analyst (m/w/d) Energie und Wasser Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH über Jacobi consulting GmbH-Firmenlogo
Leiter Netzbetrieb Gas (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH über Jacobi consulting GmbH
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
bayernweit Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Traineeprogramm - Bachelor Fachrichtung Maschinenbau / Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d) Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Fachkraft für Nah- und Fernwärme-Hausanschlüsse (m/w/d) Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG
Esslingen am Neckar Zum Job 
Landeshauptstadt Düsseldorf-Firmenlogo
Leitung des städtischen Krematoriums für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Landeshauptstadt Düsseldorf
Düsseldorf Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Wirtschaftsjurist*in / Ingenieur*in (m/w/d) für Contract & Claimsmanagement in Projektender Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stuttgart, Mannheim Zum Job 
RES Deutschland GmbH-Firmenlogo
Head of Engineering / Leitung technische Planung Wind- & Solarparks (m/w/d) RES Deutschland GmbH
Vörstetten Zum Job 
MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik MEWA Textil-Service SE & Co. Management OHG
Wiesbaden Zum Job 
KÜBLER GmbH-Firmenlogo
Techniker / Ingenieur / Fachplaner / TGA (m/w/d) Heizungstechnik und Elektro KÜBLER GmbH
Ludwigshafen Zum Job 
Stadtwerke München GmbH-Firmenlogo
Vertragsmanager*in Großprojekte Mobilität (m/w/d) Stadtwerke München GmbH
München Zum Job 
fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) (Ingenieur für Elektrotechnik, Energie- oder Versorgungstechnik o. ä.) fbw | Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg mbH
Stuttgart Zum Job 
Veltum GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur:in für Versorgungstechnik Heizung, Lüftung, Sanitär Veltum GmbH
Waldeck Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/Techniker/Meister (m/w/d) Elektrische Energietechnik Netzausbau Strom Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) im Projektmanagement Bereich Energietechnik THOST Projektmanagement GmbH
verschiedene Standorte Zum Job 
ESWE Versorgungs AG-Firmenlogo
Asset Management & Transformationsplanung Fernwärmeversorgung (m/w/d) ESWE Versorgungs AG
Wiesbaden Zum Job 
naturenergie hochrhein AG-Firmenlogo
Projektentwickler kommunale Energielösungen (m/w/d) naturenergie hochrhein AG
Rheinfelden (Baden) Zum Job 
Stadtwerke Augsburg Energie GmbH-Firmenlogo
TGA-Planer*in / Ingenieur*in / Techniker*in (m/w/d) technische Gebäudeausrüstung Stadtwerke Augsburg Energie GmbH
Augsburg Zum Job 
Ölplattform Deep Water Horizon: Infolge der Explosion verschmutzten Hunderttausende Liter Öl den Golf von Mexiko.

Ölplattform Deep Water Horizon: Infolge der Explosion verschmutzten Hunderttausende Liter Öl den Golf von Mexiko.

Quelle: Archiv/dpa

Ölbinder entsorgen: Fischereitechnik und klassische Ölsperren werden kombiniert

„Die Binder lassen sich anschließend von der Wasseroberfläche aus mit Netzsperren einfangen oder von Land aus mit Vakuumtechnik aufsaugen und werden thermisch entsorgt“, erklärt Professor Mathias Paschen, Teilprojektleiter und Lehrstuhlinhaber Meerestechnik der Universität Rostock, das Verfahren.

Die Forscher haben hier Fischereitechnik und klassische Ölsperren miteinander kombiniert. Zwei Schiffe ziehen die an Bojen hängenden Netzsperren aus dem Meer. Alternativ können die kontaminierten Ölbinder auch von der Küste aus mit Vakuumtechnik herausgesaugt und thermisch entsorgt werden.

Im Focus: Küstennahe Gebiete und Flachwasser

Am besten lassen sich küstennahe Gebiete und Flachwassergebiete mit dem neuen Verfahren von Öl befreien, und das sogar bei hohem Wellengang. Doch schon jetzt melden sich bereits Umweltschützer und Wissenschaftler, um das System auch im Süßwasser und im Boden einzusetzen.

Ölteppich auf dem Rhein: Mitte April 2013 war der Fluss ab Wiesbaden auf einer Länge von rund 20 Kilometern mit Öl verschmutzt worden.

Ölteppich auf dem Rhein: Mitte April 2013 war der Fluss ab Wiesbaden auf einer Länge von rund 20 Kilometern mit Öl verschmutzt worden.

Quelle: dpa/Fredrik von Erichsen

Gefördert wird das Projekt mit zwei Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium. Acht Partner aus Wirtschaft und Forschung sind an der Erarbeitung der neuen Technologie zur Ölbekämpfung beteiligt. Die neue Methode soll als Ergänzung zu bestehenden Konzepten des Havariekommandos und der Küstenländer dienen. Mit dem Küstenschiff des Leibniz-Institutes für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) wird das neue Reinigungsverfahren am 11. und 12. Juni 2014 auf der Ostsee getestet.

Seit 1970 kam es zu über 20 Ölhavarien, bei denen gewaltige Mengen an Öl ausgelaufen sind, darunter die Katastrophe der „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko. Die Berichte über die Katastrophen verstummen nach einiger Zeit, doch die Verschmutzungen bleiben und führen zu Langzeitschäden für Umwelt und Tiere. Bewährt sich die neue Technik, wäre dies ein Riesengewinn.

 

Ein Beitrag von:

  • Martina Kefer

    Diplom-Medienpädagogin und Ausbildung zur Journalistin beim Bonner General-Anzeiger

  • Petra Funk

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.