Ladeallianz – vier große Ladeinfrastrukturanbieter kooperieren
Ionity, Fastned, Electra und Atlante gründen eine neue Kooperation namens Spark Alliance. Das Ziel: ein grenzübergreifendes, vereinfachtes Ladenetz ohne Roaming-Hürden.

Für E-Auto-Fahrende, die bislang bei Fastned, Electra oder Atlante "unter Vertrag" standen, ist demnächst auch das Laden bei Ionity möglich. Und umgekehrt - die Spark Alliance der vier Anbieter macht es möglich.
Foto: picture alliance / Photononstop/Philippe Turpin
Fahrer von E-Autos kennen das Problem: Auf längeren Reisen muss eine Ladestation angesteuert werden. Und ist diese nicht gerade eine jener, die im eigenen Portfolio in Form einer App oder Ladekarte ist, müssen weitere Apps heruntergeladen werden, man muss sich registrieren, warten auf eine Freischaltung und die Abrechnungsmodalitäten akzeptieren. Und im ungünstigsten Fall Roaming-Gebühren bezahlen. Damit soll Schluss sein, befanden zumindest Ionity (Deutschland), Atlante (Italien), Electra (Frankreich) und Fastned (Niederlande) und schmiedeten die Allianz namens Spark Alliance.
Vereinfachter Zugriff auf Ladeinfrastrukturen
Mit Spark Alliance erhalten Nutzer ab Sommer Zugriff auf mehr als 1700 Ladestationen mit über 11.000 Ladepunkten in 25 Ländern. Das Besondere: Eine Registrierung bei einem der Ladeinfrastrukturanbieter reicht aus, um bei allen vier Betreibern Strom zu tanken. Mit Ionity – einem Gemeinschaftsunternehmen von BMW, Audi, Porsche, Mercedes, Kia, VW, Hyundai und Ford – werden Schnellladesäulen entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen in 24 Ländern angeboten. Fastned betreibt Ladestationen in mehreren europäischen Ländern, darunter die Niederlande, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Schweiz, und Frankreich. Atlante bietet ein Netz von Schnell- und Ultra-Schnellladestationen in Südeuropa. Electra ist wiederum in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Belgien, Luxemburg, Italien und Spanien mit Ladestationen im Einsatz.
Mit der Spark Alliance schaffe man das größte zuverlässigste und öffentliche Ladenetzwerk Europas, so die Partner in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Man beabsichtige damit, das Laden von Elektrofahrzeugen zu vereinfachen und den Übergang zur Elektromobilität zu beschleunigen. Fahrer von Elektrofahrzeugen können mit ihrer bevorzugten Lade-App an jeder Spark-Alliance-Station aufladen und bezahlen. Die Suche nach den besten öffentlichen Ladestationen im Labyrinth der verschiedenen Betreiber, Apps und Preisstrukturen kann oft herausfordernd sein. Für einen erfolgreichen Ladevorgang ist dann oft das Herunterladen einer neuen App oder die Eingabe einer neuen Zahlungsmethode erforderlich. Damit soll Schluss sein.
Offenes Ladenetzwerk für alle Fahrer von E-Autos
Fahrer von Elektro-Fahrzeugen können somit die Ladestation eines Mitglieds besuchen und die Apps der anderen Mitglieder nutzen, um ihren Ladevorgang zu starten und zu bezahlen. Dies gelte nahtlos für alle vier Unternehmen und schaffe ein einheitliches, offenes Netzwerk für alle Elektroautofahrer. Damit Autofahrer unterwegs die Ladestation in ihrer Nähe finden, zeigen die Mitglieder der Spark Alliance in den Routenplanern ihrer Apps nicht nur ihre eigenen Ladestationen an, sondern auch die anderer Mitglieder. So wird es einfacher denn je, unterwegs eine der 11.000 Ladestationen in 25 europäischen Ländern zu finden, die alle eigenen Angaben zufolge 100 % erneuerbaren Strom liefern.
Alle Unternehmen haben versichert, ihr Ladestromnetz bis 2030 massiv auszubauen.
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